„Es ist nicht fertig,“ sagte er in unbehaglichem Ton.
„Dann ist’s eben halbfertig,“ beharrte sie. „Ich gehe nicht aus der Stube, bis ich’s gesehen habe. Sei vernünftig, du kennst mich doch.“
O ja, er kannte sie. Dennoch zögerte er noch eine ganze Weile, ehe er die Lade herauszog und sein Heft vorlegte.
„Das Tal der bleichen Seelen! Schau, jetzt ist ja doch der Titel da, freilich ein komischer.“
Es folgten etwa zehn beschriebene Blätter, auf denen aber das meiste wieder durchgestrichen war.
„Ist das alles?“ fragte sie ruhig.
„Das ist alles .... Ich wollte — —“
„Laß nur, ’s ist schon gut.“
Da die Frau das schmerzliche Gesicht ihres Sohnes sah, hielt sie an sich und brach erst nachher auf der Treppe in ein kräftiges Gelächter aus.
Als sie später den Dichter auf den Kopf fragte, bis wann sein Werk wohl Hoffnung habe, fertig zu werden, senkte er den Kopf und gestand: „Ich glaube nie.“