Dem so Angeredeten wollte es mißfallen, daß der Lump ihn weder mit Herr noch mit Sie titulierte.

„Könnet Ihr nicht höflicher sein, Beckeler?“ fragte er gekränkt.

„Nein, Kömpff,“ grinste der Alte, „das kann ich nicht, so leid mir’s tut.“

„Und warum denn nicht?“

„Weil mir niemand was dafür gibt, und umsonst ist der Tod. Hat mir vielleicht der hochgeehrte Herr von Kömpff irgend einmal was geschenkt oder zugewendet? O nein, der reiche Herr von Kömpff hat das noch nie getan, der ist viel zu fein und zu stolz, als daß er ein Aug’ auf einen armen Teufel könnte haben. Ist’s so oder ist’s nicht so?“

„Ihr wisset gut, warum. Was fanget Ihr an mit einem Almosen? Vertrinken, weiter nichts, und zum Vertrinken hab’ ich kein Geld und geb’ auch keins.“

„So, so. Na, denn gute Nacht und angenehme Ruhe, Bruderherz.“

„Wieso Bruderherz?“

„Sind nicht alle Menschen Brüder, Kömpff? He? Ist vielleicht der Heiland für dich gestorben und für mich nicht?“

„Redet nicht so, mit diesen Sachen treibt man keinen Spaß.“