„Ach lassen Sie doch die alten Geschichten, Herr Nachbar, Sie haben mir das von der Perle, wenn ich nicht irre, schon öfters erzählt. Lieber Gott, man lebt schließlich nur einmal und darf sich das bißchen Vergnügen nicht noch verderben.“
„Bitte sehr, Herr Fuchs, wenn Sie meine Gemahlin gekannt hätten, würden Sie mich besser verstehen.“
„Aber gewiß, gewiß. Also sie hieß Pinselschwanz, nicht wahr? Ein schöner Name, so was zum Streicheln! Aber was ich eigentlich sagen wollte — Sie haben doch bemerkt, wie sehr die leidige Sperlingsplage wieder zunimmt? Ich habe da so einen kleinen Plan?“
„Wegen der Sperlinge?“
„Wegen der Sperlinge. Sehen Sie, ich dachte mir das so: Wir legen etwas Brot vors Gitter, legen uns ruhig hin und warten die Kerls ab. Es müßte des Teufels sein, wenn wir nicht so ein Vieh erwischen könnten. Was meinen Sie?“
„Vortrefflich, Herr Nachbar!“
„Also haben Sie die Güte etwas Brot hinzulegen. — So, schön! Aber vielleicht schieben Sie es etwas mehr nach rechts herüber, dann kommt es uns beiden zu gut. Ich bin nämlich im Augenblick leider ohne alle Mittel. So ist’s gut. Also aufgepaßt! Wir legen uns jetzt nieder, schließen die Augen — pst, da kommt schon einer geflogen!“ (Pause.)
„Nun, Herr Fuchs, noch nichts?“
„Wie ungeduldig Sie sind! Als ob Sie zum erstenmal auf der Jagd wären! Ein Jäger muß warten können, warten und wieder warten. Also noch einmal!“
„Ja wo ist denn das Brot hingekommen?“