„Wo kommst du her, Onkel?“ fragte er gehorsam.
Der Fremde nahm ihn auf die Arme.
„Junge, du bist mir zu schwer geworden,“ rief er munter seufzend und ließ ihn wieder los. „Wo ich herkomme? Von Genua, und vorher von Suez, und vorher von Aden, und vorher von – – –“
„O, von Indien, ich weiß, ich weiß! Und du bist der Onkel Otto Burkhardt. Hast du mir einen Tiger mitgebracht, oder Kokosnüsse?“
„Der Tiger ist mir wieder davongelaufen, aber Kokosnüsse kannst du haben, und auch Muscheln und chinesische Bilderbogen.“
Sie gingen durch die Haustüre und Veraguth führte seinen Freund die Treppe hinauf. Er legte ihm, der ein gutes Stück größer war als er, zärtlich eine Hand auf die Schulter. Oben im Korridor kam ihnen die Hausfrau entgegen. Auch sie begrüßte den Gast, dessen frohes, gesundes Gesicht sie an unwiederbringliche freudige Zeiten in vergangenen Jahren erinnerte, mit einer gemessenen, doch aufrichtigen Herzlichkeit. Er behielt ihre Hand einen Augenblick in der seinen und sah ihr ins Gesicht.
„Sie sind nicht älter geworden, Frau Veraguth,“ rief er lobend, „Sie haben sich besser gehalten als Johann.“
„Und Sie sind ganz unverändert,“ sagte sie freundlich.
Er lachte.
„O ja, die Fassade ist immer noch blühend, aber das Tanzen habe ich so allmählich doch aufgegeben. Es hat ohnehin zu nichts geführt, ich bin immer noch Junggeselle.“