Er wusch seine Hände und setzte sich zum Kaffee.

„Sie könnten mir eine Pfeife stopfen, Robert,“ sagte er munter. „Die kleine ohne Deckel, sie muß im Schlafzimmer liegen.“

Der Diener lief. Veraguth trank mit Inbrunst den starken Kaffee und fühlte die leise Ahnung von Schwindel und Zusammenbruch, die ihn neuerdings nach angestrengter Arbeit zuweilen anflog, zergehen wie Morgennebel.

Er nahm dem Diener die Pfeife ab, ließ sich Feuer geben und sog mit Gier den aromatischen Rauch ein, der die Wirkung des Kaffees verstärkte und verfeinerte. Er deutete auf sein Bild und sagte: „Sie haben als Junge geangelt, Robert, nicht wahr?“

„Wohl, Herr Veraguth.“

„Sehen Sie sich einmal den Fisch dort an, nicht den in der Luft, den andern unten mit dem offenen Maul. Ist das Maul richtig?“

„Es ist schon richtig,“ sagte Robert mißtrauisch. „Aber das wissen Sie besser als ich,“ fügte er mit einem Ton von Vorwurf hinzu, als fühle er einen Spott in der Frage.

„Nein, Verehrter, das stimmt nicht. Der Mensch erlebt das, was ihm zukommt, nur in der ersten Jugend in der ganzen Schärfe und Frische, so bis zum dreizehnten, vierzehnten Jahr, und von dem zehrt er sein Leben lang. Ich habe als Junge nie mit Fischen zu tun gehabt, darum frage ich. Also, ist die Schnauze recht so?“

„Sie ist gut, da fehlt nichts,“ urteilte Robert geschmeichelt.

Veraguth war schon wieder aufgestanden und prüfte seine Palette. Robert sah ihn an. Er kannte diese beginnende Konzentriertheit des Blickes, die ihn beinahe glasig erscheinen ließ, und wußte, daß jetzt er und der Kaffee, die kleine Unterhaltung von vorhin und alles das in dem Manne untersinke, und wenn er in einigen Minuten ihn anriefe, würde er wie aus einem tiefen Schlaf erwachen. Aber das war gefährlich. Robert räumte ab, da sah er die Post unberührt liegen.