„O, das bin ich! Und das da? Soll das Albert sein?“

„Ja, das ist Albert. So hat er ausgesehen, als er gerade so alt war wie du jetzt bist.“

„Da war ich noch nicht auf der Welt. Und jetzt ist er groß geworden und Robert sagt schon Herr Albert zu ihm.“

„Willst du auch einmal groß werden?“

„Ja, ich will schon. Wenn man groß ist, darf man Pferde haben und Reisen machen, das möchte ich auch. Und dann darf mich niemand mehr ‚kleiner Junge‘ heißen und in die Backen kneifen. Aber eigentlich will ich doch nicht groß werden. Die alten Leute sind oft so unangenehm. Albert ist auch schon ganz anders geworden. Und wenn die alten Leute immer älter werden, dann sterben sie zuletzt. Ich möchte lieber so bleiben wie ich bin, und manchmal möchte ich fliegen können und mit den Vögeln hoch droben um die Bäume herfliegen und zwischen die Wolken hinein. Da würde ich alle Leute auslachen.“

„Mich auch, Pierre?“

„Manchmal, Papa. Die alten Leute sind alle manchmal so komisch. Mama nicht so sehr. Mama liegt hier und da in einem langen Stuhl im Garten und tut gar nichts als in das Gras hineinsehen, und dann hängen ihre Hände herunter und sie ist ganz ruhig und ein wenig traurig. Es ist hübsch, wenn man nicht immerzu etwas tun muß.“

„Möchtest du denn gar nichts werden? Baumeister, oder Gärtner, oder vielleicht Maler?“

„Nein, ich mag nicht. Ein Gärtner ist schon da, und ein Haus habe ich ja auch schon. Ich möchte ganz andere Sachen tun können. Ich möchte das verstehen, was die Rotkehlchen zueinander sagen. Und ich möchte auch einmal sehen, wie es die Bäume machen, daß sie mit ihren Wurzeln Wasser trinken und so groß werden können. Ich glaube, das weiß gar niemand richtig. Der Lehrer weiß eine Menge, aber lauter langweilige Sachen.“

Er hatte sich auf Otto Burkhardts Knie gesetzt und spielte mit seiner Gürtelschnalle.