„O Papi,“ rief er atemlos, „gut, daß du da bist! Denk dir, ich habe eine Maus, eine kleine lebendige Maus! Schau, da in meiner Hand – siehst du die Augen? Die gelbe Katze hat sie gefangen, und sie hat mit ihr gespielt und hat sie so sehr gequält und sie immer wieder ein Stückchen laufen lassen und wieder gefangen. Da habe ich ganz, ganz schnell zugegriffen und habe ihr die Maus vor der Nase weggefangen! Was tun wir jetzt mit ihr?“

Er blickte heiß vor Freude empor, und schauderte doch, als die Maus in seiner kleinen, festgeschlossenen Hand wühlte und kurze bange Pfiffe ausstieß.

„Wir lassen sie im Garten draußen laufen,“ sagte der Vater, „komm mit!“

Er ließ sich einen Regenschirm geben und nahm den Knaben mit sich. Es tröpfelte schwach aus dem heller gewordenen Himmel, die nassen, glatten Stämme der Buchen glänzten schwarz wie Gußeisen.

Zwischen dem üppigen, zäh ineinander verknoteten Wurzelwerk einiger Bäume machten sie halt. Pierre kauerte hockend nieder und machte ganz langsam seine Hand auf. Sein Gesicht war gerötet und die hellen, grauen Augen strahlten vor heftiger Spannung. Und plötzlich, als werde die Erwartung ihm unerträglich, öffnete er das Händchen weit. Die Maus, ein winzig kleines, junges Tierchen, schoß blindlings aus der Haft hervor, hielt eine Elle weiter vor einem starken Wurzelstrange an und blieb still da sitzen. Man sah ihre Flanken von heftigen Atemzügen bewegt und ihre kleinen schwarzglänzenden Äuglein angstvoll umschauen.

Pierre jauchzte laut auf und klatschte in die Hände. Die Maus erschrak und verschwand wie verzaubert im Boden. Sachte strich der Vater dem Knaben das dichte Haar zurück.

„Kommst du mit mir, Pierre?“

Der Kleine legte seine rechte Hand in des Vaters Linke und ging mit ihm.

„Jetzt ist die kleine Maus schon daheim bei ihrer Mama und bei ihrem Papi, und erzählt ihnen alles.“

Er plauderte sprudelnd weiter, und der Maler umschloß seine kleine warme Hand mit festen Fingern, und mit jedem Wort und Jauchzen des Kindes zuckte sein Herz auf und sank in Abhängigkeit und schweren Liebesbann zurück.