Er wiederholte seine Frage.

„Sag mir’s nur, Pierre! Bist du nicht mit mir zufrieden?“

„Doch, Papa. Aber ich mag nicht so gern zu dir kommen, wenn du malst. Früher bin ich manchmal gekommen – – –“

„Nun, und was hat dir da nicht gefallen?“

„Weißt du, Papa, wenn ich dich im Atelier besuche, dann streichelst du mir immer übers Haar und sagst nichts und hast ganz andere Augen, und manchmal hast du böse Augen gemacht, ja. Und wenn man dir dann etwas sagt, dann sieht man an deinen Augen, daß du gar nicht zuhörst, du sagst nur Jaja und passest gar nicht auf. Und wenn ich zu dir komme und dir etwas sagen will, dann will ich doch, daß du zuhörst!“

„Du mußt trotzdem wieder kommen, Liebling. Denk einmal: wenn ich mit meinen Gedanken ganz, ganz fest bei dem bin, was ich gerade arbeite, und wenn ich recht stark nachdenken muß, wie ich es am besten machen kann, dann kann ich manchmal nicht gleich davon wegkommen und auf dich hören. Aber ich will es versuchen, wenn du wiederkommst.“

„Ja, ich verstehe schon. Ich muß auch oft an irgend etwas denken, und dann ruft mir jemand und ich soll ihm folgen – das ist widerwärtig. Manchmal mag ich den ganzen Tag still sein und nachdenken, und gerade dann soll ich immer spielen oder lernen oder irgend etwas tun, und dann werde ich ganz böse.“

Pierre blickte vor sich hin, angestrengt in dem Bemühen, das auszudrücken, was er meinte. Es war schwierig, und man wurde doch meistens nicht ganz verstanden.

Sie waren in Veraguths Wohnzimmer eingetreten. Er setzte sich und nahm den Kleinen zwischen seine Knie.

„Ich weiß, was du meinst, Pierre,“ sagte er begütigend. „Willst du jetzt Bilder ansehen, oder magst du zeichnen? Ich meine, du könntest vielleicht die Mausgeschichte zeichnen?“