„So? Du hast gewiß schlecht geschlafen? Wollen wir ein wenig miteinander turnen?“
„Ich mag nicht. Ich mag nur gerne bei dir sein, weißt du. Aber es riecht hier so schlecht.“
Veraguth streichelte ihn und lachte.
„Ja, das ist ein Unglück, wenn du keine Farben riechen magst und ein Malerskind bist. Da wirst du wohl nie ein Maler werden?“
„Nein, ich will auch nicht.“
„Was willst du denn werden?“
„Gar nichts. Am liebsten wär’ ich ein Vogel oder so etwas.“
„Das wäre nicht schlecht. Aber sag mir jetzt, Schatzi, was du gern von mir haben möchtest. Schau, ich muß an dem großen Bild weiter arbeiten. Wenn du willst, kannst du dableiben und etwas spielen. Oder soll ich dir ein Bilderbuch zum Anschauen geben?“
Nein, das war nicht, was er wollte. Er sagte, nur um wieder loszukommen, er werde jetzt die Tauben füttern gehen, und er merkte genau, daß der Vater aufatmete und froh war, ihn gehen zu sehen. Er wurde mit einem Kuß entlassen und ging hinaus. Der Vater zog die Türe zu, und Pierre stand wieder allein, noch leerer als zuvor. Er irrte quer über den Rasen, wo er eigentlich nicht gehen sollte, er riß zerstreut und bekümmert ein paar Blumen ab und sah gleichgültig zu, wie seine hellen, gelben Schuhe im nassen Grase Flecken bekamen und dunkel wurden. Schließlich warf er sich, von Verzweiflung überwältigt, mitten in den Rasen, wühlte schluchzend den Kopf ins Gras und fühlte die Ärmel seiner hellblauen Bluse naß werden und an den Armen kleben.
Erst als er zu frieren begann, stand er ernüchtert wieder auf und schlich sich scheu ins Haus.