»Gegen 7 Uhr morgens (10. Oktober) erreichte der »Saint-Louis« Koblenz, nachdem er die Nacht hindurch in einer Höhe von 1400-1600 m gefahren war. Die Sonnenhitze brachte den Ballon auf 4000 m. Wir sahen den „Centaure” aus einer Wolke vor uns herausragen, und die zwei Ballons wanderten nun den ganzen Tag über miteinander. Der »Saint-Louis« verlor eine Menge Ballast infolge von Temperaturschwankungen, hervorgerufen durch häufige Verdunkelung der Sonne durch Wolken.
Um 3 Uhr nachmittags schwebten der »Saint-Louis« und der »Centaure« in einer Höhe von etwa 6000 m und waren voneinander kaum 12 km entfernt. Balsan machte alle möglichen Versuche, um die hohen Schichten zu vermeiden, denn unser Sauerstoffvorrat ging zur Neige. Wir arbeiteten den ganzen Tag und hatten kaum Zeit zu essen. Um 4 Uhr gelangte der »Centaure« in eine neue Luftströmung, welche ihn bald unseren Blicken entführte.
Wir kamen darauf in die Nachbarschaft von Posen oder Breslau. Es blieben uns kaum 90 kg Ballast übrig. Der Ballon schien sich in 500-700 m Höhe langsam zu bewegen. Die Nacht brach herein.
Wir setzten über die deutsch-russische Grenze, doch nicht ohne Gefahr. Wir hörten vier Gewehrschüsse und die Kugeln zischten in unangenehmer Nähe an dem Ballon vorbei, der jetzt mit einer Geschwindigkeit von 70 km östlich fuhr. Hinter uns erhob sich ein Sturm. Um 8 Uhr 15 Minuten hatten wir nur mehr 30 kg Ballast, welche den Regen, der auf den Ballon niederfiel, nicht kompensieren konnten.
Unter diesen Umständen war es angezeigt, zu landen; M. Balsan zog zu diesem Zwecke die Ventilleine. Trotz des starken Windes brachten wir ohne Schwierigkeit den „Centaure” zum Stillstande. Es waren bald einige Bauern zur Stelle. Der Ballon wurde nach Opoczno befördert.«
Die beiden Aëronauten wurden dort sehr freundlich aufgenommen und fuhren am Morgen des 11. Oktober nach Warschau, um sich da von dem französischen Konsulat Reisepässe ausstellen zu lassen. Die Luftschiffer hatten nicht erwartet, in jener Gegend zu landen, und hatten daher keine derartigen Pässe mitgenommen.
In der folgenden Tabelle sind die sechs besten Weitfahrten übersichtlich zusammengestellt.
Weitfahrten:
| Kilometer | Balloninhalt Kubikmeter | |
| De La Vaulx, 9. Oktober 1900 | 1925 | 1630[*] |
| J. Balsan, 9. Oktober 1900 | 1350 | 3000 |
| Rolier, 24. November 1870 | 1336 | 3000 |
| Castillon, 30. September 1899 | 1330 | 1630[*] |
| J. Faure, 9. Oktober 1900 | 950 | 1550 |
| H. Silberer und E. Carton, 23. September 1901 | 805 | 1200 |