Ganz unglücklich wurde ihm aber zu Sinne, als der Bauer ihn eines Tages in den Garten rief und sagte, indem er auf einen Stachelbeerbusch hinwies: »Hast du schon so etwas gesehen, Lembke? Da hat eine Grasmücke ihr Nest gebaut und nun sitzt ein junger Kuckuck darin und hat die kleinen Grasmücken herausgeschmissen, so daß sie elend haben umkommen müssen. Ja, man soll sehen, wen man bei sich aufnimmt.«

Lembke hatte ihn mit einem halben Auge angesehen und war dann an seine Arbeit gegangen, abends im Bette aber sagte er zu seiner Frau: »Ich sage dir, Kaline, sage ich, er hat was gemerkt, hat er.«


Die Bachstelze.

Es war Aurelie Grimpe nicht verborgen geblieben, daß Karoline Lembke um den Bauern herumschlich wie der Fuchs um den Hühnerstall.

Sie war sehr falsch darüber, und während es bisher immer »liebe Frau Lembke« hier und »liebe Frau Lembke« da geheißen hatte, hielt sie die Nase jetzt so hoch wie der Hund in den Nesseln und ging mit einem Gesicht wie sauer Bier an ihr vorbei.

Da nun bei Frau Lembke in der letzten Zeit die Wolken tief hingen, so sah es im Hause nach Regen aus, und eines Vormittags, als die beiden Frauen allein zu Hause waren, ging das Wetter nieder.

Als das Gewitter auf der Höhe war, wurde die Obertüre aufgestoßen und der Bauer sah hinein. Er sagte gar nichts, aber nach dem Mittag sagte er Lembke, er solle den Kastenwagen anspannen. Dann legte er Frau Grimpe ihren Lohn für den nächsten Monat auf den Tisch und sagte ihr, sie könne gehen, und zwar sofort.