Er ging in das Bruch, und als er am Abend wiederkam, war sie fort. Frau Lembke wollte ihm erzählen, wie sie sich angestellt habe, aber er winkte ab.

Nachdem er gemerkt hatte, wie wenig es Lembke passe, daß er ihm bei der Feldarbeit und beim Heumachen half, hatte er entweder für sich Haide oder Moor zu Land gemacht oder er hatte Peter Suput bei der Arbeit geholfen, der bei Garberdings Häusling war.

Frau Suput segnete den Tag, an dem Volkmann gekommen war, denn nun konnte sie sich besser der Kinder annehmen und brauchte sich nicht so sehr abzuhetzen.

So standen sich beide Teile gut, denn Suput kannte die Arbeit aus dem Grunde und hatte einen anschlägigen Kopf, so daß bei wichtigen Sachen der Vorsteher meist fragte: »Peter, was meinst du dazu?«

Da nun der Hilgenbauer sich für keine Arbeit zu gut hielt und Suput bei allem half, so kam er in alles, was zu Hof- und Feldarbeit gehört, gut hinein, und mehr als einmal sagte ihm der Vorsteher: »Übers Jahr, wenn Lembke aufhört, kannst du das Leit selber in die Hand nehmen.«

Während der Erntezeit aß Volkmann meist bei Garberdings, und da ihm Lembkes von Tag zu Tag weniger gefielen, so saß er späterhin, als die schlimmste Arbeit vorbei war, abends meist bei Suput, mit dem er sich gut unterhalten konnte, denn der Häusling ging immer nach seinem eigenen Kopfe und trat sich überall Richtewege.

Manchesmal glückte ihm das und Volkmann wunderte sich oft, wie selbständig der Mann über politische Dinge urteilte; hier und da lief Suput aber auch ins Moor und mußte einen großen Umweg machen, bis er wieder auf einen festen Weg kam.

Er kannte seine Bibel so gut wie der Pastor oder, wie er meinte, noch besser, und da darin nur von einem Sabbat, aber von keinem Sonntag die Rede war, so verlangte er von dem Pastor, er solle den Sonnabend zum Ruhetage machen. Das konnte und wollte der nicht und da erklärte ihm der Häusling: »Dann werde ich mich an das Wort halten, Herr Pastor,« zog am Sonnabend sein Kirchenzeug an und setzte sich mit der Bibel hinter das Haus, und am Sonntag ging er hin und haute Haide.

Auch sonst hatte er seine Eigenheiten; wenn er zu Pferde war oder fuhr, grüßte er keinen Menschen, mochte es sein, wer es wolle, zuerst; an seinem ganzen Zeuge war kein Knopfloch und kein Knopf, sondern nur Haken und Ösen, und er konnte es nicht leiden, wenn man Blumen abschnitt und auf den Tisch stellte.

Er hatte zwei Feldzüge mitgemacht, war dreizehnmal im Feuer gewesen und besaß das eiserne Kreuz, trug es aber niemals, weil er nicht hoffärtig erscheinen wollte. Er hatte einen Bruder, der in Amerika eine gute Farm besaß, und der hatte so lange gequält, bis er auch nach drüben ging; nach einem Jahre aber war er wieder da. »Es konnte mir da nicht gefallen,« sagte er; das war aber auch alles.