Von Hause aus war er Ingenieur, hatte Glück im Kauf und Verkauf von Kuxen gehabt und eine Gesellschaft zusammengebracht, die Öl und Kali in der Haide suchte.

Aus allerlei Anzeichen hatte er geschlossen, daß bei Reethagen Aussichten vorhanden wären, daß man fündig würde; so steckte er sich hinter einzelne Leute und die bearbeiteten andere und die wieder noch welche, so daß er fast von zwei Dritteln der Gemeindemitglieder Vorverträge in den Händen hatte.

Er kam auch auf den Hilgenhof, trat sehr bescheiden auf, versprach goldene Berge, richtete aber vorläufig bei dem Bauern nichts aus, weil der den Vorvertrag nicht unterschrieb. Volkmann ging vielmehr sofort zu dem Vorsteher, bei dem der Berliner noch nicht gewesen war, weil ihm gesagt wurde, das wäre ein ganz altmodischer Mann und nicht anders für das Unternehmen zu haben, als wenn ihm das Feuer von drei Seiten käme.

»Hm,« brummte Garberding, »soll die Schweinerei hier auch losgehen? Wenn hier erst Bohrtürme stehen, dann haben wir das Leit aus der Hand gegeben. Zu leben haben wir alle, und die nichts haben, die stehen sich dann noch schlechter, dieweil das Werk doch bloß lauter Pollacken, Krabatten und anderes Tatternvolk heranzieht.«

Als der Unternehmer abgereist war, berief der Vorsteher eine allgemeine Gemeindeversammlung, zu der jeder seinen Vorvertrag mitbrachte, und da stellte es sich heraus, daß die Verträge sehr verschieden waren, je nachdem das Land lag und auch insofern, als Neumann mit einem hellen Manne oder mit einem zu tun hatte, der sich in die Sache nicht hineinfinden konnte.

Das ärgerte diejenigen, die dabei nicht so gut gefahren waren, ganz gewaltig; als der Berliner nun wieder ankam, merkte er bald, daß jetzt der Wind von Mitternacht wehte.

Nun hatte er den Krüger Fürbotter in Schedensen, dem ein kleines Anwesen in Reethagen gehörte, ganz auf seiner Seite, zum ersten, weil er dort viel verzehrte und oft über Nacht blieb, dann aber auch, weil der Krüger sich für seine Wirtschaft viel Gewinn aus dem Unternehmen versprach.

Dieser Mann hatte es ihm hinterbracht, daß der Hilgenbauer es war, der es herausbekommen hatte, daß die Verträge so ungleich waren. Deshalb hing sich Neumann nun an Volkmann und suchte ihn zu sich herüberzuholen; als er damit kein Glück hatte, ging er daran, ihm die Wurzeln abzugraben.

Er wohnte nämlich in Hannover, wo er sein Hauptquartier hatte, bei Aurelie Grimpe, die sich mit Abvermieten durchschlug, und die hatte ihm über die Leute in Reethagen manchen nützlichen Wink gegeben und auch über den Hilgenbauer, dessen Vorleben sie mittlerweile in Erfahrung gebracht hatte.

Volkmann merkte nach und nach, daß ihn einzelne, dann immer mehr Leute von der Seite ansahen, glaubte aber, da er seine Anforstungen im Kopfe hatte, das seien nur die Bauern, die wegen des Bohrvertrages anderer Meinung waren als der Vorsteher und er; so gab er darauf nichts.