Mit der Zeit wurde es aber doch auffällig, und schließlich rückte Nordhoff damit heraus, was im Dorfe erzählt würde.

Der Hilgenbauer war von dem Tage an, da er das Erbe antrat, darauf gefaßt gewesen, daß sein Unglück sich wieder zu ihm hinfinden werde, aber es biß ihm doch in das Herz, daß Leute, denen er vielfach gefällig gewesen, ihm aus dem Wege gingen oder die Zähne nicht auseinander bekamen, wenn sie an ihm vorbeigingen.

Sogar Suput und seine Frau waren anders als vordem, denn als er sich dazu erbot, dem Häusling wieder Arbeit abzunehmen, wußte der immer einen Ausweg zu finden.

Lüder hatte es im Sinne behalten, daß er sich an den Vorsteher wenden sollte, wenn es soweit kam, aber den wollte er darum nicht angehen, weil es Garberding nicht gut ging, indem er eine schwere Erkältung nicht loswerden konnte.

So tat er, als sei ihm alles gleich, ging an jedem, der nicht so war wie früher, ohne Gruß vorbei, plaggte Haide ab, warf im Bruche Gräben aus und sagte sich, daß die Leute schon zu Vernunft kommen würden, zumal mehrere unter ihnen waren, die auch kein reines Hemd anhatten.

Um diese Zeit kam Lembke ihm etliche Male von hintenherum mit einer Verlängerung der Pacht, doch schlug der Bauer darauf nicht zu, und nun hängte erst Lembke und dann andere Besitzer den Jagdpächtern Wildschadenklagen an den Hals, und was früher keinmal vorgekommen war, Jagdstörungen und Vergrämen des Wildes, das begab sich von da ab fortwährend.

Da aber die Jagd groß genug war, so ließen sich die Pächter in der abgelegensten Ecke eine Jagdbude bauen. Eines Tages brannte sie ab und acht Morgen Haide und Fuhren mit ihr, und obzwar es augenscheinlich war, daß böswillige Brandstiftung vorlag, setzte Fürbotter es doch durch, daß die Gemeinde Schedensen, zu der das ausgebrannte Stück Haidland gehörte, gegen Schönewolf und Freimut auf Schadenersatz klagte, wobei allerdings nichts anderes herauskam, als daß die Gemeindekasse ein gutes Stück Geld dabei zusetzte.

Da nun der Baumeister und der Rechtsanwalt, so überlegte Fürbotter, durch ihren Verkehr mit Volkmann diesem immer noch bei vielen Leuten von Nutzen waren, so mußte ihnen die Jagd auf andere Weise verekelt werden.

Im Kruge zu Schedensen, der an der Landstraße lag, kehrte allerlei Volk ein und da der Berliner gesagt hatte: »Der Kerl muß von dem Hilgenberg herunter, und wenn es tausend Mark kostet,« so stand bald kein Hochsitz mehr, alle guten Wechsel waren verstänkert, alle Dickungen lagen voll von Zeitungspapier, und schließlich verlangte erst Schedensen, dann Breeden und schließlich auch Reethagen, da Garberding in Andreasberg war, weil seine Lunge nicht so wollte, wie sie sollte, und die Kalipartei auf diese Art die Hand am Henkel hatte, die Jagdpächter sollten den Wildstand auf ein Zehntel verringern, widrigenfalls sie nicht darauf rechnen könnten, daß sie die Jagden wieder bekämen.

Volkmann tat es in der Seele weh, daß die beiden Männer seinetwegen soviel Mißgunst ausstehen mußten, und er erklärte eines Abends, er wolle wieder in die Welt.