Der Wind hatte drei Tage von Morgen geweht, und die Luft war voller Staub; das war günstig für Neumann, denn so wurde von Anfang an scharf getrunken. Er hatte seine Getreuen schon die Tage vorher aufgesucht und die hatten die anderen bearbeitet.
Als der Vorsteher und der Hilgenbauer in den Krug kamen, war der Saal blau von Tabaksdampf und viele Köpfe waren rot. Neumann schmiß einen kalten Blick nach den beiden Männern, stürzte dann auf sie zu, lächelte süß, drückte ihnen die Hände und sprudelte los: »Wir müssen noch ein Augenblickchen warten, es sind noch nicht alle da.«
Garberding sah nach der Uhr: »In zehn Minuten fange ich an; auf drei Uhr ist angesetzt. Danke,« fuhr er fort, als ihm der Ingenieur ein Glas Wein hinstellen wollte, »ich bin um diese Zeit Kaffee gewöhnt und Alkohol darf ich überhaupt nicht mehr.«
Auch Volkmann bestellte sich Kaffee, und die großen Bauern riefen einer nach dem anderen: »Nordhoff, mir auch,« und sie setzten hinzu: »Es geht um Tausende und da ist es besser, man bleibt bei Verstand.« Schließlich trank alles Kaffee, und Neumann sah grün im Gesichte aus.
»Bevor ich den Vertrag verlesen lasse, frage ich an, ob jemand vorher einen Antrag zu stellen hat?« rief der Vorsteher.
Volkmann stand auf: »Ich beantrage zweimalige Lesung; in der zweiten Lesung Einzelabstimmung über jeden Abschnitt.« Der Berliner lächelte gezwungen, als der Antrag gegen drei Stimmen durchging.
»Hat noch jemand einen Antrag?«
Wieder stand Volkmann auf. »Ich beantrage, daß die Versammlung beschließen möge, daß die Bohrungen nicht in der Feldmark und auf den alten Wiesen, sondern nur in der Haide unter dem Dorfe, im Bruche und im Moore stattfinden sollen.«
Die Bohrgarde murrte, aber Volkmann fuhr fort: »Ich war letzte Woche in Wietze-Steinförde; da sieht es bunt aus; der Bauer hat da gar nichts mehr zu sagen; vor dem Wohnhause hat er den Fallmeißel und dahinter die Sonde. Ich will gegen den Wert der Bohrungen im allgemeinen nichts sagen, aber Segen bringen sie uns nicht. Zu leben hat jeder von uns hier, und Geld, das einem so zufällt und nicht erworben wird, das bleibt nicht.