Anderseits freute es ihn, daß das Mädchen seinen eigenen Weg ging, denn sie war die erste Bauerntochter in der Gegend, die noch weiter lernte, als sie schon aus der Schule war. Und da Detta jetzt wieder im Hause war und er viel um die Ohren hatte, ging ihm das Jahr schnell hin.

Als er zum ersten Male wieder mit den beiden Mädchen zur Kirche fuhr, war er ganz stolz, so glatt sahen sie aus, eine ganz anders als die andere und beide doch so, daß die jungen Leute mehr nach der Hansburbank als nach der Kanzel sahen; und wenn sie abends zusammen in der Dönze saßen und lasen oder sich etwas erzählten, dann ging ihm nichts ab.

Darum verjagte er sich, als bei einem Tanzefeste der Vorsteher zu ihm sagte: »Hansbur, den Freiwerber brauchst du nicht rundschicken und deine Mädchen anstellen lassen; wie die aussehen, werden sie bald genug beschrieen sein. Und in die Milch zu brocken haben sie ja auch genug.«

Am anderen Tage war er so ernst, daß Detta, die sich besser auf ihn verstand, wenn auch Sophie mehr um ihn war, ihn fragte: »Vater, was hast du heute? So bist du ja lange Zeit nicht gewesen.«

Er hatte daran gedacht, was aus ihm werden sollte, wenn die Mädchen heirateten. Wenn auch Detta auf dem Hofe blieb, er war dann abgedankt, denn dann kam doch ihr Mann in erster Reihe.

Eine Woche lang trug er seine Gedanken mit sich herum; am Sonntag aber sattelte er den Rappen und ritt nach dem Mittag los.

Es war ein Herbsttag, zu dem man du sagen konnte; die Haide war abgeblüht und sah aus, als ob Silber darauf lag. Die Birken waren über und über gelb und brannten in der Sonne wie Flammen und der Altweibersommer hing in allen Fuhrenzweigen.

Der erste Mensch, der ihm in der hohen Haide in die Möte kam, war die Jungmagd vom Voßhofe, ein Mädchen so schier und eben, daß ihm das Herz im Leibe lachte. »Das ist ein guter Vorspuk,« dachte er und rief ihr ein lustiges Wort zu.