Der Sarg stand auf zwei Stühlen auf der Deele und war mit dem Leichlaken zugedeckt, und davor lag der Sargdeckel, auf dem zwei alte hölzerne Leuchter brannten, deren Füße vier springende Pferde waren.
Rechts von der großen Türe hingen die beiden Seelenlaken an der Wand herunter, damit, wenn der Tote noch einmal zurückkäme, er doch einen Platz für sich fände.
Hermen sorgte dafür, daß im Altenteilerhause die Fenster der Schlafdönze nicht offen standen und daß das Bettstroh, auf dem der Altvater gestorben war, bis auf eine Hand voll verbrannt wurde, und daß der Backenstuhl, in dem der Alte neben dem Ofen gesessen hatte, umgestoßen wurde.
Durtjen warf die Waschschale, aus der der Tote gewaschen war, entzwei und grub sie ein und legte Kamm und Waschlappen in den Sarg, denn Meta, die von Detta in das Wohnhaus gebracht war, war so hinfällig, daß sie an nichts denken konnte; sie saß neben dem Ofen in der Dönze und sang leise aus dem Gebetbuche, aber keine Sterbelieder, sondern Lobgesänge.
Der Tag der Beerdigung kam. Das Leichlaken wurde herunter genommen. Mit freundlichem Gesichte lag der Bauer in dem eichenen, mit Rehmenruß schwarz gemachten Sarge, Bibel und Gesangbuch unter dem Kinn.
Einer nach dem anderen von der Freundschaft ging über die Deele, nickte dem Toten zu und ging nach der Dönze, wo das Frühstück stand. Sie sprachen alle leise, die Männer, und die Frauen flüsterten. Es war ihnen, als wäre dieses ein ganz besonderes Begräbnis.
Der Großknecht kam und sagte: »Es ist wohl an der Zeit.« Da gingen sie alle aus der Dönze; einer nach dem anderen trat an den Sarg und gab dem Toten die Hand.
Detta und Sophie, von Kopf bis zu den Füßen in dem weißen Klagelaken, weinten los, denn der Tischler stellte die Leuchter bei Seite und schloß den Sarg.