Sie machte den Mund spitz, pfiff wie der Pfingstvogel und gab auch das Kreischen wieder. »So mußt du es machen, Göde, dreimal schnell hintereinander und dann das olle Schreien hinterher. Dann weiß ich, daß du da bist. Du kommst doch wieder, nicht? Alle Jungens sind hinter mir her,« setzte sie hinzu, »aber du bist doch der Beste. Ich hab' schon immer nach dir ausgesehen.«
Als Göde über die Haide ging, den Bock über den Nacken geschlagen, wußte er nicht, ob er sich freuen oder schämen sollte.
Diese Miken! Also so ist das mit den Mädchen und darum stellen sich die Jungens ihretwegen so an. Mancherlei ging ihm durch den Sinn, was ihm früher dunkel geblieben war.
Auf einmal mußte er lachen: was wohl die anderen Jungens sagen würden, wenn die das wüßten! Aber dann war es ihm wieder, als wenn er sich schämen müßte. Wie Wolf das wohl aufnehmen würde?
Er erinnerte sich, was für ein Gesicht der gemacht hatte, als ihnen in der Haide die beiden Celler Mascherweiber begegnet waren und gesagt hatten: »Deubel, was seid ihr für'n paar glatte Jungens! Fiken, was meinst'e, das wären so'n paar Aeppel für'n Durst!«
Da hatte Wolf die Nase hochgehalten und leise gesagt: »Pfui Deubel!«
Als er nach Hause kam, fand er im Flett ein Mädchen vor, das beim Feuer kniete, so daß ihr Gesicht ganz rot von den Flammen war. Als er eintrat, sah sie auf.
»Gib deiner Kusine die Hand, Göde,« rief die Mutter; »das ist Meta Dettmer. Vertragen werdet ihr euch wohl.«
Meta stand auf, wischte sich die Hand an der Schürze ab und streckte sie Göde hin. Der wunderte sich, wie kühl ihre Hand war; Mikens Hände waren heiß gewesen.
Sie fegte die Asche zusammen, und Göde mußte sie ansehen, denn sie war so flink und doch so ruhig dabei. Als sie nachher zusammen sprachen, sah sie nach seinem Arm und nahm ihm ein langes, rotes Haar, das an seinem Aermel hing, fort.