Das Mädchen lachte eitel. »Was du für schönes Haar hast,« sagte sie dann und ging ihm mit den Fingern über den Kopf; »so gelb wie Haberstroh.«
»O, Junge, du hast ja zwei Wirbel,« fuhr sie fort und rückte immer näher an ihn heran, daß ihr Atem über sein Gesicht ging und ihm das Blut in die Backen sprang.
»Brauchst keine Bange zu haben, daß ich was sage,« flüsterte sie; »dem Müller ist es gleich, wer den Bock kriegt und der Hauptmann soll ihn nicht haben. Ich hab'n ihm schon zweimal weggejagt. Der tut so, als wenn ich gar nicht auf der Welt bin. Mußt aber auch mal wiederkommen. Hier ist es so langweilig. Lauter alte Leute!«
Sie seufzte und schummelte sich immer dichter an ihn heran und sah ihm in die Augen.
»Was für Augen sie hat,« dachte der Junge, »solche habe ich meinen Tag noch nicht gesehen. Grün und braun durcheinander.«
Und dann ging er mit seiner Hand über ihren Arm, und wie Feuer lief es ihm über die Brust.
Das Mädchen warf ihm die Arme um den Hals: »Komm, Junge, sei nicht dumm, du bist so'n hübschen Jungen. O was du für'n hübschen Jungen bist, mein Göde, so'n hübschen Jungen.«
Mit trockenen Lippen und wildem Atem sprang Göde nach einer Weile auf; es sauste und brauste ihm in den Ohren und seine Brust flog.
Das Mädchen hing an seinem Halse: »Wann kommst du wieder? Komm morgen. Ich mache dir noch einen Bock aus; ich weiß noch einen gehen. Und wenn du kommst, dann brauchst du nur zu flötjen wie der Wigelwagel, das kannst du doch? Paß' auf!«