Sie kam aus dem Blumengarten hinter dem Hause, und das Lied, das sie sang, war ein Lied, das die kleinen Mädchen beim Spielen singen. Hell kam es über den Hof, und Göde fühlte, wie sein Herz unruhig wurde.
Er ging nach dem Blumengarten und sah Meta bei den weißen Lilien stehen, die seiner Mutter die liebsten Blumen waren. Sie stand da und las die roten Käfer ab, und ihr Haar leuchtete in der Sonne.
Göde wurde benaud zu Mute, als er sie so stehen sah, so frisch und sauber und so ruhig und bedachtsam.
Der Gartenweg war ganz mit grünem Moose bewachsen, und so vernahm sie es nicht, als er hinter sie kam, und erst als er den Arm um sie legte und sagte: »Na, Meta, ganz allein?« fuhr sie zusammen und wurde ganz rot im Nacken. Aber als sie sich umdrehte, war sie schon wieder wie sonst, nur daß ihre Augen noch blauer waren als gewöhnlich.
Sie lächelte ihn an und fragte: »Willst du nicht wieder in den Krug?«
Er drückte sie noch fester an sich: »Nein, Meta, ich will hier bleiben,« und dabei atmete er schwer.
»Komm,« sagte er dann, als er sah, wie ihr Brusttuch auf- und abging, und sie bald rot, bald weiß im Gesichte wurde, und zog sie auf die grüne Bank.
Eine Weile saßen sie schweigend da, bis Meta sagte: »Das Moos muß auch mal weg. Es sieht so nüdlich aus, aber es hält das Wasser zu lange.«