»Wahr ist es,« dachte das Mädchen und sah noch einmal in den Spiegel. Ein Wunder war es ja auch nicht. Es war zu schön, wenn immer, wo sie auch war, Göde hinter ihr stand und sie in den Arm nahm.

Aber Göde gefiel ihr nicht; er sah meist etwas laurig aus und sah sie an, als wenn er etwas sagen wollte und könnte es nicht herausbringen.

Sie nahm sich vor, ihn einmal zu fragen, was ihm fehle.

Aber noch eine andere Heimlichkeit war im Hause. Als der Juli kam, ging der Bauer mit seiner Frau an einem Sonntage durch das Feld und trieb seinen Roggen an.

»Es ist eine wahre Pracht, wie dieses Jahr alles wächst. Das machen die Maigewitter. Mairegen bringt Wachstum.«

»Was hast du, Mutter?« fragte er dann, denn als er sich umdrehte, sah er, daß sie heimlich lachte und bis in das Haar rot wurde. »Worüber lachst du?« fragte er noch einmal.

Aber sie lächelte nur und sah fort: »Nichts,« sagte sie, »mir fiel bloß was ein.«

Als sie aber abends neben ihm lag, schob sie sich nahe an ihn heran und sagte leise: »Jochen, ich muß dir was sagen.«

Er faßte ihre Hand, denn sie sprach so schüchtern und verwundert fragte er: »Na, Dirn, was hast du denn? Ist dir nicht gut?«