Sie zog seinen Kopf an sich heran und flüsterte: »Mußt's aber auch keinem wiedersagen, Jochen, ich schäm' mich sonst tot. Weißt du noch den Maiabend, als wir die Kinder antrafen, wie sie sich umgefaßt hatten?«
Er richtete sich auf: »Ist da was fällig? Ein Unglück wäre das ja auch nicht.«
Sie schüttelte den Kopf und sprach noch leiser: »Ach nee, Jochen, da nicht, aber bei uns.«
Er lachte: »Kiek, sieh, junge Frau, also auf die Art! Ja, wer A gesagt hat, muß B sagen. Na, dann hilft das nicht. Und auf dem Hansburhofe ist ja wohl noch Platz für ein zweites Kind. Man schade, daß es sich so versäumt hat, es konnte getrost ein Jahrzehner eher kommen.«
»Sag' mal, du weinst doch nicht?« fragte er dann; »denke ja nicht, daß es mir nicht recht ist. Es ist mir nur noch so ungewohnt.«
Zärtlich wischte er ihr mit der Hand über die Augen und als sie immer mehr an zu weinen fing, nahm er sie in den Arm und tröstete sie, wie ein Vater sein Kind.
Am andern Morgen aber, als er über den Hof ging, flötete er das Brummelbeerlied. Die Großmagd sagte zum Großknecht:
»Was hat denn der Bauer? Den habe ich ja meinen Tag noch nicht flötjen hören!«
Der Großknecht aber brummte: »Soll er dich erst um Verlaubnis fragen?«