Als die Roggenernte vorbei war, stand Meta eines Sonntags früh bei der Bäuerin im Flett, als die Frau auf einmal weiß wie die Wand wurde, so daß das Mädchen schnell zusprang, sie umfaßte, ihr zum Stuhl hinhalf und ihr ein Glas Wasser gab.

Die Bäuerin erholte sich schnell und als Meta ihr den kalten Schweiß von der Stirn wischte, zog sie sie herunter und gab ihr einen Kuß auf die Backe. Meta wunderte sich, sagte aber nichts.

Nachmittags saß sie mit der Bäuerin im Blumengarten. Meta freute sich, daß die Tante wieder gut aussah. Nach einer Weile fing die Frau an:

»Sag' mal, Meta, was hast du dir eigentlich gedacht heute morgen, als mir das zustieß?«

Das Mädchen lachte: »Gar nichts, Tante, das kann ja wohl mal bei jedem kommen.«

Die Frau seufzte: »Einmal mußt du es ja doch wissen, darum will ich es dir lieber gleich sagen, aber behalte es für dich. Beim Grummet kann ich nicht mithelfen, weil ich nicht auf freien Füßen bin, und du weißt, große Hitze vertrage ich so schon schlecht.«

Meta faßte ihre Hand und drückte sie: »Ach Tante, das ist ja schön. Bloß ein Kind, das ist auch viel zu wenig für einen großen Hof. Freust du dich denn nicht? So spät, das ist doch ein doppeltes Gottesgeschenk!«

Frau Hehlmann lachte auf einmal laut auf, faßte Meta um die Schultern, drehte ihr den Kopf herum und fragte: »Weißt du, was der Bauer gesagt hat, als ich ihm sagte, daß hier im Hause was fällig ist?«

Sie sah dem Mädchen lustig in die Augen, zog ihren Kopf ganz dicht an sich heran und flüsterte ihr ins Ohr: