»Er meinte, ich hätte dich und Göde im Sinne gehabt.« Und dann lachte sie ganz unbändig.

»Tante,« schrie das Mädchen und sprang auf, über und über rot; Tränen standen ihr in den Augen.

Die Bäuerin ließ ihre Hand nicht los, sondern zog sie wieder neben sich, nahm sie in den Arm und sprach leise auf sie ein: »Na, daß du und Göde einig seid, das kann doch ein Blinder mit dem Stocke fühlen. Umsonst würd'st du nicht von Tag zu Tag hübscher. Früher warst du man so'n Hering, aber jetzt bist du ganz komplett. Na, uns ist es recht; eine bessere Tochter wünschen wir uns gar nicht. Ein büschen jung seid ihr ja noch, aber das gibt sich eher, als einem lieb ist. Also, wie ist es mit euch?«

Das Mädchen legte ihren Kopf an die Schulter der Frau und sagte:

»Ach ja, Tante, wir sind uns von Herzen gut.«

Die Bäuerin streichelte ihr die Backen: »Das ist schön, meine Tochter.« Dann sah sie ihr listig in die Augen und sagte: »Na, und? Dann müssen wir ja wohl eine neue Wiege machen lassen, denn eine haben wir man. Na, na, schämen brauchst du dich nicht. Was der Pastor auch redet, das ist sicher: zur Eingehung einer christlichen Ehe reicht der feste Wille aus. Das hat Luther gesagt. Göde war auch schon drei Monate nach der Hochzeit da.«

»Was hast du denn?« fragte sie ängstlich, als das Mädchen weiß und rot durcheinander wurde und ihm der Atem hin- und herging; »nu mal heraus mit der Sprache! So schlimm wird es doch wohl nicht sein, daß du zu liegen kommst, ehe du den Brautschatz fertig hast?«

Meta seufzte tief auf: »Nein, Tante, es ist, es ist nicht an dem. Ich bin nicht anders, als ich aus der Schule kam.«

Die Bäuerin machte runde Augen: »Also auf diese Art! Darum sieht der Junge so laurig aus. Was ist denn das für ein Werk? Traut er sich nicht oder was ist sonst?«