Sie setzte an, als ob sie noch etwas sagen wollte, aber dann sagte sie nur: »Stell die Tassen hin und ruf die Mannsleute zum Kaffee, Meta!«

Nach dem Kaffee fragte sie: »Na, Göde, willst du nicht nach Plesse hin, da ist heute Erntebier?«

Göde machte eine krause Stirn: »Ach nee, was soll ich da?«

Seine Mutter lachte: »Hat einer schon so was gehört? Was er da soll? Tanzen sollst du und lustig sein, alter Sauerpott! Siehst überhaupt jetzt meist als so'n Trankrüsel aus. Steck dir die Taschen voll Taler und laß die Musiker spielen, bis ihnen die Arme runterfallen, und trinke eine Buddel Wein, daß du auf andere Gedanken kommst! Und nimm Meta mit, der tut es auch mal gut, wenn sie unter die Leute kommt. Ihr werdet mir sonst hier auf dem Hofe noch so krumm und schief wie die Machangeln auf der Haide. Meta, du gehst doch gern mit? Oder nicht?«

Das Mädchen stand vor dem Fenster und bückte sich, als wenn sie etwas verloren hätte, damit keiner sehen sollte, wie sie im Gesicht aussah.

»Wenn du meinst, Tante,« sagte sie dann.

»Dirn, das hört sich ja an, als wollte ich dir zumuten, du solltest heute am heiligen Sonntag den Schweinestall ausmisten,« rief die Bäuerin lachend. »Nu, macht man hille, zieht euch an und denn zu! Als ich noch Mädchen war, brauchte mich keiner zum Tanzen zu zwingen. Ich glaube, heute noch nicht!«

Und dann lachte sie verlegen, denn Meta hatte ihr ein paar Augen gemacht, als wenn sie sagen wollte: »Wenn du nicht gleich aufhörst, dann sage ich, was ich weiß!«

Als die beiden jungen Leute auf dem Plessenhofe ankamen, war der Tanz schon im Gange und vor all dem Schurren und Juchen und Mitsingen konnte man kaum die Musik hören.