Der Pastor setzte sich neben ihn, nahm seine Hände und sprach ihm Trost ein. Hehlmann gab einen tiefen Seufzer von sich und flüsterte hohl, als wäre er ein Geist: »Es ist vorbei, es ist alles vorbei.«
Dann fiel er wieder zusammen und sah in das Herdfeuer, ohne zu sehen und zu hören, was vorging.
Am anderen Tage war er ganz vernünftig, bloß daß er aussah, als wäre er aus dem Grabe genommen, und wenn er sprach, bellte Tyras, weil es ihm eine fremde Stimme schien.
Als Meta dem Ohm sagte, daß das Kind, das die Frau erwartete, längst tot gewesen sei, hörte er kaum hin, aber er schloß das Notlaken, das seine Frau sich als Braut genäht hatte, aus dem Schranke, schnitt selbst den Namen aus dem Totenhemd, schickte den Kleinknecht nach dem Tischler, daß er aus dem schon lange zurückgelegten Notholze den Sarg mache, und nach der Totenfrau, und er aß auch die Mahlzeiten mit wie vordem.
Aber eins war allen sonderbar: als die Bäuerin aufgebahrt war, sagte Meta: »Wie schön sie aussieht; es ist ordentlich, als wenn sie lacht.« Da sagte die Totenfrau: »Das ist schlimm; sie wird einen nachholen.«
In diesem Augenblick trat der Bauer aus dem Schatten, gab der Toten die Hand und sagte: »Ja, Mutter, das wirst du. Uebers Jahr bin ich bei dir.«
Dabei sah er ganz zufrieden aus.
Als die Beerdigung vorbei war, ging das Leben auf dem Hehlenhofe wieder seinen alten Gang, bloß daß das, was die Bäuerin getan hatte, Meta übernahm.
Zwischen ihr und Göde war es anders geworden. Einmal hatte der Tod einen Schatten auf sie gelegt und dann war es Göde, als sei ihnen, seitdem jeder auf dem Hofe wußte, wie es um sie stand, etwas genommen, und wenn der Vater fragte, wann sie heiraten wollten, dann wehrte er ab und Meta auch.