Daß Kordes der Freischütz war, daran dachten sie nicht; sie hatten die Celler Mascher im Verdachte, Völker, denen nicht recht zu trauen war.
Dem alten Hegemeister Hagelberg schlug der Aerger so in das Blut, daß er sich in Pension gab. An seine Stelle kam ein Ostpreuße, Adomeit geheißen, ein langer Mann mit schläfrigem Gesicht, über den die Bauern lachten, weil er keinen Bart trug, wie es bei den Grünröcken üblich war, so ganz anders sprach, als wie es Landesbrauch war, und nichts vertragen konnte.
Er ließ sich blitzwenig im Kruge blicken, aber wenn er kam, dann war er nach einer Stunde voll, wie ein Entendarm, denn er trank immer nur Grog, auch bei der wahnsten Hitze; und dann saß er da, lachte wie ein Unkluger und machte kleine Augen, so daß das junge Volk seinen Hahnjökel mit ihm trieb und der Forstmeister ihm sagte, wenn er das Saufen nicht ließe, könne er machen, daß er wieder in die Kaschubei käme. Denn er war bloß auf Probe angestellt.
Nun hatte der Hansbur einen hirschroten Dachshund, an dem sein ganzes Herz hing, weil der Hund so ausnehmend klug war und so vorzüglich jagte. An einem Morgen schoß Hehlmann im Hehlloh dicht am Königlichen einen Bock krank, der den Post annahm, so daß der Bauer den Hund schnallen mußte, und da jagte der Hund über und Adomeit schoß ihn vor den Kopf.
Der Bauer rührte mittags nichts an und ging nachher nach dem Voßhofe, wo er Klas den Fall vortrug.
Das kam dem wie gerufen, denn er hatte immer schon gewünscht, daß sein Schwager ihm beistehen solle. Er nahm ihn mit in den Krug und hetzte ihn so lange auf, bis Hehlmann einsah, besser könne er es dem Förster nicht geben, als wenn er ihm die Hirschböcke totschösse.
Zudem freute es ihn, wenn er seinem Schwager helfen konnte, denn der hatte ein Mädchen mit einem Kinde sitzen und mußte ihr den Mund mit Talern stopfen.
Sie fingen das nun ganz schlau an. Wenn Hehlmann im Piewittskruge oder im braunen Schimmel in Lichtelohe saß, dann schoß Kordes am Hehlloh herum, und wenn er im Kruge saß, dann knallte es im großen Moore, an das der Voßhof angrenzte, so daß die Förster nicht einen Augenblick daran dachten, daß der Hansbur und der Voßbur die Freischützen waren.
Zudem diente bei dem Forstmeister ein Mädchen, das früher auf dem Voßhofe Magd gewesen war, mit der es Kordes immer noch hielt, und die ließ ihn wissen, an welchem Tage Försterappell oder wo Holzbeschau war, so daß Kordes immer wußte, wann die Luft rein war.