Heute sah es da anders aus. Die Grauartschen sangen und die weißen Buttervögel flogen um die Disteln.

»Ich glaube, so gehen wir am besten,« rief er laut, und schlug die Richtung nach der Stelle ein, wo gestern abend das Wildkalb gestürzt war.

Aber da war nichts zu sehen. »Donnerschlag, was ist das hier für ein dummes Gehen,« rief er dann wieder laut; »wir müssen mehr nach links, hier füllen wir uns bloß die Schuhe voll,« und damit steuerte er nach der krausen Fichte, von wo der Schuß gefallen war.

»Die Fliegen sind rein zu doll heute,« rief er und sah sich um; »ich will mir eine Pfeife anstecken. Der Förster wird uns ja wohl nicht gleich schnappen.«

Er faßte in die Tasche. »Den Deubel, nun habe ich den Kopf verloren! Das ist mir sehr ärgerlich, der war noch von meinem Vater selig; den kann ich nicht missen. Wollen mal suchen, ob wir ihn nicht wieder kriegen. Wenn du ihn findest, kriegst du ein Kaßmännken. Es ist der weiße Kopf mit dem Bild von Eidig darauf.«

Sie suchten hin, sie suchten her. Hehlmann ging das Ende zwischen der krausen Fichte und dem Wurfboden, wo das Wild gestanden hatte, ab und ließ dabei den Pfeifenkopf fallen.

Er sah allerlei umgebrochene Himbeerruten, aber das konnte das Wild auch getan haben, denn alte Fährten waren da genug. Aber eine frische Menschenfährte oder Blut fand er nicht; es hatte über Nacht zu gefährlich nachgeregnet.

Als er zum dritten Male zurückkam, sah er etwas Weißes im Grase liegen. Er ließ sein Taschentuch fallen und hob es auf. Es war ein Gewehrpfropfen aus Zeitungspapier.

Er wischte sich die Stirn ab und steckte Tuch und Papier ein. Da hörte er den Jungen rufen: »Ich hab'n!« Er zwang sich zum Lachen und sagte: »Du bist ein ganzer Kerl! Dafür sollst du noch ein Glas Bier haben. Nu geh' man vor!«

Als sie im Holze waren, holte er das Papier heraus und machte es auf. Es war ein Stück von der Zeitung, die der Förster hielt.