Ein Vierteljahr darauf erzählte ihm der rote Schmidt, daß er das Mädchen in Hamburg gesehen hatte; wie der halbe Tod hatte sie ausgesehen und ihn um Gottes willen um einen Taler angesprochen, weil sie am Verhungern war.

Schmidt, der sonst kalt wie eine Hundeschnauze war, schüttelte sich und sagte: »Ich gab ihr zwei, denn ich sah, daß sie es nicht mehr lange machen konnte. Sie hatte die Auszehrung, und wenn sie hustete, kam ihr das helle Blut in den Mund.«

Hehlmann sagte nichts, aber er mochte auf einmal kein Bier mehr. Er sah sie vor sich, wie sie siebzehn Jahre alt war. In Krusenhagen war Tanz gewesen; er hatte sie nach Hause begleitet, und sie hatte mit ihrer lustigen Stimme durch die Nacht gesungen, daß die Rehe in den Wiesen an zu schrecken fingen.

Was konnte sie küssen und lachen und wählig sein! Und nun war sie elendiglich zugrunde gegangen.

Ihm wurde erbärmlich zumute.


Die Moosbank.