Zu seinem Hauptvergnügen gehörte es, sich auf das Eisen der Harke zu setzen, wenn die Gartenwege geharkt wurden; dann benahm er sich so stolz, wie ein Mann, der sich eine Sonntagsdroschke geleistet hatte. Einmal stellte er sich tapprig dabei an und büßte einen Zeh dadurch ein. Er plärrte eine halbe Stunde lang und verzichtete fortan auf das Fahren auf der Harke. Sehr albern benahm er sich einige Tage später. Er flog auf die schlappe Waschleine und konnte das Gleichgewicht nicht halten. Ein Vaterunser lang schaukelte er auf der Leine hin und her und schrie, als zöge man ihm die Federn einzeln aus. Gräßlich dämlich benahm er sich, als ihm ein Besucher eine Küchentüte über den Kopf stülpte. Erst saß er ganz begossen da, dann schüttelte er den Kopf wie unklug, darauf versuchte er Rad zu schlagen und Kobolz zu schießen, schließlich hüpfte er im Kreise und schlug mit den Flügeln, wie eine verrückt gewordene Windmühle. Seitdem haßte er alle Tüten.
Am alleralbernsten aber stellte er sich an, als er den ersten Schnee seines Lebens sah. Erst machte er ein Gesicht wie eine Kuh, die es donnern hört. Dann fraß er ein bißchen von dem weißen Zeug. Darauf warf er Stücke davon in die Luft, kratzte darin herum und schließlich kollerte er sich darin umher. Plötzlich machte er die Entdeckung, daß er eiskalte Füße hatte. Er zog den einen Fuß an, aber der andere blieb kalt. Dann zog er den linken an, aber nun wurde wieder der rechte kalt. Auf einmal begann er so erbärmlich zu quaken, daß das ganze Haus zusammenlief. Seitdem haßte er auch den Schnee und ging nicht mehr auf die Wäsche, wenn sie zum Bleichen im Garten lag.
Eines Tages hatte er Durst und fand ein volles Glas Bier stehen. Erst schmeckte es ihm nicht, aber der Durst trieb es hinunter. Als der Hausherr zurückkam, war das Glas umgeworfen und Jakob war so betrunken, wie ein Pole am Zahltage. Erst sprach er so schnell, wie er es noch nie getan hatte. »Quaquaquaquaquatsch«, wohl hundert Male, dann versuchte er zu krähen, bekam aber den Schlucken. Alsdann versuchte er geradeaus zu gehen, taumelte aber, wie ein Anfänger beim Radfahren; dann flog er steil in die Luft und kam mit großem Geflatter und noch größerem Gekrächze wieder herunter und zwar in einem Rosenbusche, in dem er so lange herumkrabbelte, bis der Hausherr, der sich halbtot lachen wollte, ihn erlöste. Darauf versank er in Melancholie, zog den Kopf ein und stierte eine Weile vor sich hin, um dann wie verrückt auf die Waschschüssel loszustürzen und diese, als er sie leer fand, mit Schnabelhieben zu bedecken. Er bekam Wasser und trank so viel, wie er sonst in einer ganzen Woche nicht trank. Nun überfiel ihn der Zerstörungskoller und er riß Gras und Blätter ab und sprang dabei herum, wie ein Mensch, der die Hosen voller Ameisen hat. Und dann verschwand er und kam erst spät am andern Morgen mit sehr schlechter Laune, großem Brand und völliger Freßunlust wieder zum Vorschein.
Als er drei Jahre alt war, war er ein vollendeter Heuchler und ein gerissener Dieb und wurde deshalb auf das Land verschenkt. Dort führte er sich aber so übel auf, daß man ihn in einen Käfig sperrte. Aber selbst das half nichts; wenn die Kücken auf dem Hofe herumliefen, lockte Jakob genau so, wie die Klucke und sowie eins der Kücken an seinen Käfig kam, schnappte er zu und zog es hinein. Schließlich trieb er es so arg, daß man ihn dem Zoologischen Garten schenkte.
Da sitzt er heute noch, läßt sich von den Besuchern füttern und sagt zum Dank: »Quatsch!«
Hausfriedensbruch.
Er war von jeher dagegen gewesen, aber sie wollte es gern, und so mußte er sich fügen; was sollte er machen?