Außerdem kommt Tag für Tag der Eisvogel, der in der Steilwand des Fließes, das das überflüssige Wasser des Sees weiterführt, seine Nesthöhle hat, in der Bucht zu Besuch; mit hellem Schrei fährt er über das Wasser hin, das seine märchenhaften Farben widerspiegelt, fällt auf dem Rande des Kahnes ein und streicht, den Schnabel voller Libellen, wieder ab, mit den Leibern seine hungrigen Jungen fütternd, während die silbernen Flügel liegenbleiben und schließlich den Boden der Nesthöhle mit einer dicken Schicht bedecken.
Solange die Sonne scheint, geht es den Wasserjungfern gut. Wenn sich aber der Himmel bezieht, der Regen auf den See prasselt und der Sturm das Röhricht peitscht, dann sind böse Tage für sie da. Zu Hunderten und Tausenden werden sie in die Wellen geworfen und an den Strand gespült, und wenn der Sturm abläßt und die Sonne wieder scheint, glitzert die ganze Uferkante von ihren Flügeln, und dazwischen kriechen, mit Algenfäden bedeckt und mit Sand beklebt, unbeholfen die Larven umher, die die Schlagwellen auf das Ufer warfen, den Krähen ein willkommener Fraß.
Aber auch die Sonne hat ihre Tücken und der klare Tag seine Gefahren. Zwischen dem Ufergebüsch und den Halmen des Bandgrases haust die böse Kreuzspinne, und jede Libelle, die gegen die klebrigen Fäden des Spinnennetzes anfliegt, bleibt hängen. Nichts helfen ihr die starken Flügel, die kräftigen Beine und das scharfe Gebiß; trotz ihres Flatterns und Zappelns wickelt die Spinne sie ein und saugt ihr bei lebendigem Leibe den Lebenssaft aus.
Aber immer bleiben noch Tausende von Libellen übrig, die um das Röhricht flattern und das Knistern und Rascheln ihrer Schwingen in das Rauschen des Rohres und das Klatschen der Wellen mischen, bis ihre Zeit vorüber ist.
Am Schilfe
Calopteryx splendens Harr., C. virgo L.