Sonst leben sie so versteckt wie möglich, denn zwischen den Wasserwurzeln der Erlen wimmelt es von Bachflohkrebsen und Eintagsfliegenlarven, so daß es ihnen an Fraß nicht mangelt, denn sie müssen sich vor dem Barsch hüten, der ihnen allzugern nachstellt, besonders, wenn sie sich frisch gehäutet haben und noch weich sind. Auch den unheimlichen Wasserskorpion fürchten sie, und wenn er, sich langsam zu ihnen hintastend, heranschleicht, so ziehen sie den Leib zusammen und spritzen das Atemwasser so jäh von sich, daß der Rückstoß sie weit durch das Wasser treibt; aber hastig bergen sie sich dann wieder in dem Wurzelgewirre.
Wenn der Sturm den See aufwühlt, dann geht es ihnen schlecht. Der Wellenschlag peitscht dann die Erlenwurzeln und wirft manche von ihnen auf das Ufer, wo die Ameisen und Raubkäfer ihnen den Garaus machen, und wenn sie sich zwischen die überrieselten Tagewurzeln der Erlen retten, so erwischt sie dort die Wasserspitzmaus oder die Erdratte. Aber zu Tausenden leben sie im Schilf, so daß genug von ihnen übrigbleiben, die steif und still über Winter in den Uferlöchern unter dem Randeise verharren, bis die Sonne das Eis bricht, das Wasser erwärmt und sie wieder erweckt, daß sie sich häuten und fressen und strecken und schließlich das Schilf erklimmen, um sich aus häßlichen Larven zu den zauberhaften, märchenschönen Seejungfern zu entwickeln, die flirrend und flatternd, schimmernd und flimmernd der schönste Schmuck des Schilfes sind.
Am Graben
Agrion minium Harr., A. elegans Lind., A. cyathigerum Charp.
Unter dem Galgenberge mündet ein Graben in die Bucht des Sees; er kommt von den Wiesen und ist das ganze Jahr über in seinem unteren Teile mit Wasser gefüllt.