Seine Ufer tragen reichen Blumenschmuck, und allerlei Kräuter wachsen in ihm, Froschlöffel, Wasserhahnenfuß, Riesenampfer, Schwertlilie, Binsen, Riedgräser, Vergißmeinnicht, Bachlungenkraut und in der Nähe des Sees auch Froschbiß und Krebsschere.

Deshalb ist sein Tierleben reich; es wimmelt in dem Wasser von Kaulquappen und Molchlarven, Köcherraupen, Kleinkrebsen, Wasserkäfern, Mückenlarven, Milben, Schwimmwanzen, Würmchen, Polypen, Schnecken und Müschelchen.

Auch Libellenlarven finden sich in Menge, besonders die Larven der Schmaljungfern, zierliche, schlanke Geschöpfe, die viel hübscher aussehen als die Larven der großen Libellen und auch in ihren Bewegungen netter sind, denn wenn sie gestört werden, so schlängeln sie sich schnell und gewandt durch das Wasser.

Meistens aber sitzen sie verborgen im Kraute, durch ihre Farbe vor ihren Feinden geschützt, deren es nicht wenige gibt. Nicht nur die Stichlinge und Molche stellen ihnen nach, auch die Wasserskorpione und Schwimmwanzen, die Wasserspinnen und die Schwimmkäferlarven und besonders die Larven der großen Libellen.

Deshalb halten sie sich in dem dichten Gewirre des Gekräutes verborgen, meist regungslos hängend, die drei langen, bunt gebänderten Kiemen am Ende des Hinterleibes weit auseinandergespreizt, und lauern auf Beute.

Zumeist sind es Wasserflöhe, von denen sie leben. Tanzt eine Daphnie oder ein Hüpferling dicht an ihnen vorbei, oder zappelt eine Mückenlarve bei ihnen vorüber, so schnellen sie die große, breite Fangmaske vor, ziehen sie mit der darin festgeklemmten Beute zurück, und die Kiefer zerpflücken sie.

Auch in den Uferlachen des Seeufers, in dem Teiche, in den dichten Wasserhahnenfußbänken, die im See treiben, wimmelt es von Schmaljungferlarven, und wenn die warmen Sommertage kommen, hängen überall an den Halmen und Blättern die leeren, durchsichtigen, weißlichen Nymphenhüllen, und bei stillem Wetter flirrt und flimmert es um alle Büsche.

Es sieht dann aus, als ob lauter goldgrüne, himmelblaue und rubinrote Nadeln in der Luft umherfliegen, denn viel dicker als Stecknadeln sind die Leiber der Schmaljungfern nicht, und ihre Flügelchen sind so zart, daß sie in der Sonne nur wie ein Schimmer wirken.

Es sind niedliche Tänzer, die Schmaljungfern, schüchterne Schweber, ganz von Sonne und Windstille abhängig. Wenn das Wetter warm und die Luft still ist, leben sie auf und flirren um die Büsche; bezieht sich der Himmel, versteckt sich die Sonne, weht der Wind kühl, dann hängen sie mit fest an den Leib gedrückten Flügeln still und traurig an den Blättern.