Nur wenn die Liebe sie plagt, sucht sie nach Gesellschaft. Im Bogenfluge untersucht sie die Kronen der Espen, bis ihre gelben Augen den blauen Leib eines Weibchens erspähen und sie es vor sich hertreibt im wilden Minnefluge, an den Weidenbüschen entlang, über das Röhricht hin, vor den Kronen der Espen her, auf die freie Flut hinaus und zurück in den tiefen Waldschatten, bis sie es faßt und mit ihm in die Zweige hineinraschelt, den süßen Lohn sich zu holen und in inniger Verknüpfung mit ihm die Nacht zu verbringen.

Steigt dann die Sonne herauf, wird es still und laut in dem Gebüsch, beginnt am Ufer entlang das Geflirr und Geflatter der Tageslibellen, verbirgt sie sich im schattigen Blätterverstecke und verschläft den Tag, bis die Sonne sich wieder hinter den Bäumen zur Ruhe begibt. Dann erst, wenn alle anderen Libellen die Kraft zum Fliegen verlieren, kommt ihre Zeit, dann erst beginnt ihren Raubflug die Abendlibelle.


Im Moore

Cordulia flavomaculata Vanderl., Aeschna mixta Latr., Libellula vulgata L.

Jenseits des Sees liegt das Moor; in der Nähe der Stadt ist es zu Äckern gemacht, weiterhin zu Wiesen; hier und da sind Tonlöcher ausgeworfen, besonders in der Nähe des Ufers, mehr nach dem Walde zu liegen die Torfstiche, und dann kommen die dürren, heidwüchsigen Sandberge.

Ein ganz anderer Pflanzenwuchs, ein ganz anderes Tierleben herrscht hier als jenseits des Sees. Der Wiesenpieper erhebt sich, langweilig singend, in die Luft, der Baumpieper schmettert sein kräftiges Lied, abends meckert die Bekassine, und in den gewaltigen Rohrdickichten am Seeufer brummt die Rohrdommel zur Nachtzeit.