In Joachimsthal hatten sich die Leute der Grafen von Schlick in gefahrdrohender Weise erhoben, das Schloß eingenommen und geplündert. Da vermittelte der Rat von Annaberg mit Glück durch Abgesandte zwischen den Streitenden.

Wolf Göftel und Andreas Ziehner waren immer unterwegs, um aufzuregen. Sie machten den erzgebirgischen Bauern die Artikel und verpflichteten sie, indem sie jeden eine Hand aufheben ließen, zum Zeichen, daß er bei ihnen stehen wolle.

Den Geyerschen versprach Göftel mit den Bauern Hilfe. Das Bestreben der Führer ging dahin, den Edelleuten ihre Sitze zu stürmen, den Fürsten ins Land zu fallen, die Obrigkeit zu vertreiben, Wildbret und anderes frei zu haben, die Klöster zu stürmen. Wenn sie in Grünhain, Marienberg und Wolkenstein Glück gehabt hätten, wollten sie nach Chemnitz und Kloster Zelle.

Zuerst fiel ihnen die Pfarre zu Mildenau zum Opfer. Die Mildenauer teilten den Königswaldern mit, daß die Pfarre leer stehe, da der Pfarrer geflohen sei; da zog der unternehmungslustige Richter Rebentisch mit einer Anzahl Gesellen Sonntag, den 14. Mai, nach Mildenau. Er kehrte um, aber die übrigen drangen in die Pfarre ein, plünderten und zerschlugen alles und tranken dem Pfarrer das Bier aus. Kospoth war auf diese Nachricht sofort mit 12 Pferden aufgebrochen. Bei seinem Erscheinen verliefen sich die Aufrührer, sodaß er nur einige von ihnen gefangen nehmen konnte. Weidenbach, der Wolkensteiner Amtmann, dem sie übergeben wurden, ließ sie frei. Da wurden die Marienberger nötig und überfielen die Rückerswalder Pfarre. Die Mildenauer zogen nach Schönbrunn. Sie nahmen die Pfarre ein und trieben allerlei Unfug. Lukas Merten aus Wolkenstein machte Butter in der Pfarre; dessen Sohn schlachtete eine Kuh und kochte auch sogleich das Fleisch; Eulner aus Neundorf zerschlug mit dem Berghammer ein Kruzifix und warf es ins Wasser; Petzold aus Neundorf hieb dem Johannisbilde, das in der Schönbrunner Pfarre hing, den Kopf ab, hing es an den Füßen auf und trug es im warmen Bade umher zur Freude des Wirtes.

In Geyer unterblieb die Erstürmung der Pfarre, da es zum Ausgleich kam. Die Drehbacher wollten sich gegen ihre Herren, die von Stangen auf Drehbach, erheben. Gegen 400 Mann zogen vor das Schloß und verlangten Freisprechung. Rudtloff von Stangen aber, ein furchtloser Mann, erklärte, würden sie ihm und seiner Mutter etwas nehmen, so würde er sie in Haus und Hof verbrennen. Da zogen sie ab.

In Zöblitz suchten zwei Häuer aus Marienberg Unruhe zu stiften. Sie fanden Anhang. Die Aufständischen hatten vor, die Zöblitzer Pfarre zu plündern, die aber geschützt wurde. Um diese Zeit ward auch die Pfarre zu Lauterbach geplündert.

Am 17. Mai ließen die Gemeinden, die Herzog Heinrich unterthan waren, als Schönbrunn, Neundorf, Wiesa, Drehbach, Venusberg, damals Feuchberg genannt, und Hilbersdorf ihre Beschwerden durch den Wolkensteiner Amtmann Balthasar von Weidenbach an den Herzog gelangen.

Erfüllt wurden die Forderungen der Bauern nicht. Nach der Niederlage bei Frankenhausen zerstreuten sich die Unruhestifter. Viele flohen, um harter Strafe zu entgehen, die auch nicht ausblieb. Herzog Georg erschien bald im Erzgebirge. Am härtesten verfuhr Ernst von Schönberg gegen die Aufständischen. Milde war Kurfürst Johann.

In Annaberg wurden vom Herzog Georg viele ausgewiesen oder in Gefangenschaft gesetzt. Andere mußten die Mauern um Annaberg bauen helfen. Herzog Heinrich ließ die Richter zu Mildenau, Arnsfeld und Schönbrunn köpfen. Die Geringswalder und Rückerswalder wurden gespießt, viele verloren ihre Güter.