In früherer Zeit wurden die Kohlen da und dort auch in muldenförmigen, ungefähr einen Meter tiefen Gruben gebrannt, in welche man Reisig und Holzabgänge warf, diese dann anzündete und mit Erde bedeckte. Man erhielt auf diese Weise die sogenannten Grubenkohlen. Das gebräuchlichste Verfahren bestand aber, wie noch jetzt, im Verkohlen aufgebauter Meiler. Die größeren Kohlen wurden zur Verwendung für die Zerrennfeuer, durch welche das Schmelzen des Eisens, um es weicher und geschmeidiger zu machen, wiederholt ward, mit Dreschflegeln in kleinere Stücke zerschlagen.

Es wird den Köhlern das Verdienst zugeschrieben, den Wald nach und nach urbar gemacht und das Dorf Ansprung, welches im 16. Jahrhundert Aschberg hieß, gegründet zu haben. Es haben aber gewiß auch die Aschebrenner ihren Anteil an der Besiedelung der Gegend; der Name dürfte auf das frühere Äschern, d. h. Aschebrennen zu Pottaschebereitung, zurückzuführen sein.

Ehemalige Meilerstätten trifft man noch häufig im Gebirge an; manche derselben stammen jedenfalls aus sehr alter Zeit. In der Mitte einer Meilerstätte ward eine Stange eingeschlagen. Unten hin legte man trockenes »Zünderholz«, dann wurden Stöcke rundum aufgeschichtet; obenauf legte man schräg Scheitholz, sodaß das Ganze wie ein gewölbter Backofen erschien. Die Eindeckung erfolgte mit Fichtenreisig, Erde und Rasen. Der Köhler hat mittels der Zündlöcher für Gleichmäßigkeit im Brande zu sorgen. Mit dem Schürbaum stößt er Löcher in die Decke, um nachzufüllen. 10 Tage dauert die Arbeit. Einfach ist die Köhlerhütte in seiner Nähe.

Nach Dr. Köhler.

b. Eine Köhlerwohnung in alter Zeit.

Umkränzt von riesigen Fichten rauchten und dampften kegelförmig gebildete Meiler, und an die gewaltigen Baumstämme lehnten sich niedrige, kunst- und schmucklos von eigner Hand erbaute Lehmhütten, vor den brausenden Waldstürmen der Höhe Schutz suchend, an.

Höchst einfach, nach unseren Begriffen mehr als ärmlich, sah es in diesen Hütten aus. Von Dielen erblickte man keine Spur, nur in der Mitte erhob sich ein Tisch von ungehobelten Brettern auf vier in die Erde eingeschlagenen Pfählen, umgeben von einigen gleichartigen Bänken und Holzschemeln.

In einer Ecke stand der Ofen, wenn man eine Vertiefung im steinigen Boden, von einigen Mauersteinen umgeben, so nennen will, in welchem fast beständig ein helles Feuer brannte, bei dem die einfachen Gerichte gekocht oder gebraten wurden. Einige rußige Töpfe und unförmliche Tiegel, sowie hölzerne Teller und Löffel waren das einzige Haus- und Küchengeräte. Schlösser an den Thüren wären unnötig gewesen; denn wer sollte aus jenen Lehmhütten in finsterer Nacht etwas Erhebliches stehlen? – Unter dem Dache standen die Betten, unter welchen man sich kunstlose Lagerstätten von Waldmoos, Heu oder Stroh auf rohen Dielen zu denken hat. Eine Esse hielt man ebenfalls für überflüssig, denn der Rauch fand durch die verschiedenen Ritze in der Thür und in den Wänden einen ganz gemütlichen Ausweg. Die Stelle der Fenster ersetzten einige viereckige Löcher in der Wand, durch die der goldene Sonnenstrahl die inneren Herrlichkeiten erleuchtete und welche bei stürmischem Schnee- und Regenwetter mit einem Brette verschlossen wurden.

Nach Müller.

c. Das Harzen in früherer Zeit.