Der Mann, der sanftblickende Augen hat und dem um das magere, bartlose Gesicht langes, graues Haar bis auf die Schultern fällt, sieht sie lange an und fragt dann: „Seid ihr verheiratet?“

Erdme lügt rasch „ja“, denn sie überlegt sich, daß ihr wahrhafter Stand, mag er noch so kurze Zeit andauern, ihnen bei allen Gutgesinnten Hindernisse bereiten würde.

Und die Frau, die auch nicht mehr jung ist und die so aussieht, als muß sie immer Senf aufschmieren, hat aber keinen Senftopf, die sagt: „Wir sind nämlich Gebetsleute. Wer nicht nach den Geboten des Herrn lebt, den nehmen wir nicht auf.“

Erdme sagt: „Auch wir wollen uns den Erleuchteten zuwenden,“ denn sie weiß sofort, daß sie beide durch dieses Bekenntnis Freiwohnen erlangen werden.

Betten wird sie mitbringen, und so ist für Unterschlupf gesorgt.

Dann kehren sie wieder beim Moorvogt an.

Er hat einen großen Bogen ausgefertigt, sieht noch einmal ihre Papiere durch, und dann gibt Jons die Unterschrift.

Der Moorvogt ist zugleich auch der Standesbeamte und trägt sie als Brautleute in die Register ein.

Jons denkt an die Unwahrheit, die Erdme vorhin ausgesprochen hat, und fragt: „Die Zeit ist knapp. Werden wir als ledige Leute schon einziehen dürfen?“

Der Moorvogt lächelt, wie er damals getan hat, als er ihr Vermögen besah, und sagt: „Die Aushängebogen liest keiner.“