Und als der Rauch sich einige Zeit besonnen hat, findet er schließlich den richtigen Weg und entfernt sich gefälligst dorthin, wo es schnurgerade in den Himmel geht. Wenn er es im Winter ebenso macht, ist die Stubenwärme gesichert.
Vorausgesetzt natürlich, daß Hauswand und Dach das ihrige tun. Die Hauswand — das ist nun gar ein schwieriges Stück, und wäre der kluge Witkuhn nicht zur Stelle, man brächte sie niemals fertig.
Aber wie können kluge Leute so ängstlich sein? Er wartet ja bloß darauf, daß die Erdme ihn ruft. Aber bitten läßt er sich doch.
Die viereckigen Moorfladen, die man an die Bretterwand preßt, halten wohl fest, solange sie feucht sind; trocknen sie aber, so fallen sie ab, wie Sandbrocken fallen.
Da baut der Witkuhn aus dem Abfall der schlechtesten Latten noch eine zweite Wand — fünf bis sechs Zoll von der ersten entfernt. Die ist ganz luftig, nicht dichter als etwa ein Zaun. In dem Raum zwischen den beiden sackt sich die Moorschicht und kriegt Halt und lernt auf sich selber beruhen.
Nach ein paar Wochen kann man die Latten wieder entfernen. Nur zur besseren Sicherung läßt man ein paar zwischen Dachwand und Erde geklemmt, denn es werden die Winterstürme kommen, und der Sturzregen wird wühlen und der Rauhfrost klaffende Spalten hindurchziehen.
So warnt der kluge Witkuhn, der alles weiß und alles kennt, und sieht an Erdme vorbei, und das Kinn zittert ihm so, daß die Zähne oft klirren.
Wenn sie mit ihm allein ist — und das geschieht fast alltäglich —, dann hat sie stets ein Gefühl aus Mitleid und Neugier gemischt, zu dem noch was Anderes hinzukommt, das ihr das Herz beklemmt. Es ist, als hätte sie Angst vor seiner Angst, denn Angst hat er immer, das ist ganz klar. Wenn man nur wüßte, wovor. —
Aber dem Jons sagt sie nichts. Sie will sich den guten Nachbar erhalten.
Nach der Hauswand das Dach!