Sie sieht ihn nur an und weiß schon, daß er Hinterhältiges im Sinne führt. Und sie sagt: „Ich brauche nichts Gutes. Ich hab’ ja die Kinder.“
„Nein, nein,“ sagt er, „es muß sein. Schon wegen der Nachbarn. Auch deinem Vater will ich einen Beweis meiner Sinnesänderung geben. Weißt du nichts, so denke nach, und auch ich werde mir den Kopf zerbrechen.“
Am nächsten Tage kommt er wieder. Aber sie weiß noch immer nichts.
Da sagt er: „Nun, dann weiß ich es. Du hast noch nie die Eisenbahn gesehen. Laß uns nach Tilsit fahren, damit du einmal die Eisenbahn siehst.“
Sie sagt darauf: „Die Leute erzählen sich, daß die Eisenbahn nächstens bis nach Memel geführt werden soll, und Heydekrug wird dann eine Station werden. Wenn es so weit ist, kann ich ja einmal zum Wochenmarkt mitfahren.“
Aber er gibt sich nicht zufrieden.
„Tilsit ist eine schöne Stadt,“ sagt er, „wenn du nicht hinfahren willst, so weiß ich, daß du einen bösen Willen hast und an Versöhnung nicht denkst, während ich nichts Anderes im Sinne habe, als dir zu Gefallen zu leben.“
Da fällt ihr ein, daß er die Zusammenkünfte mit der Magd wirklich aufgegeben hat, und sie beginnt in ihrer Meinung wankend zu werden.
Und sie sagt: „Ach Ansas, ich weiß ja, daß du es nicht aufrichtig meinst, aber ich werde dir wohl den Willen tun müssen. Außerdem sind wir ja alle in Gottes Hand.“
Der Ansas hat die Gewohnheit, daß er rot werden kann wie irgend ein junges Ding. Und weil er das weiß, geht er rasch vor die Tür und schämt sich draußen. Aber ihm ist zumut, als muß er es tun und ein Zurück gebe es nicht. Als wenn ihn der Drache mit feuriger Gabel vorwärts schuppst, so ist ihm zumut. Und darum fängt er an demselben Tage noch einmal an.