Aber Jons und Erdme wissen, daß, wenn die Zeit erfüllt ist, ihnen ihr Pferdchen nicht fehlen wird. Jahre und Jahre kann es dauern, aber kommen wird es gewiß, genau wie das Fettschwein gekommen ist, um das der Schlachter schon lange herumstreicht.

Aber vorerst wird was Anderes kommen — etwas, das einst in Samt und Seide gehen wird und wofür der Sohn eines Gendarmen schon längst nicht mehr gut genug ist. Ein großer Besitzer muß es sein, wie die reichen Herren der Niederung, die hundert Kühe halten und deren Käsereien mit Dampf betrieben werden. Billiger macht die Erdme es nicht, wenn selbst der Jons mit sich handeln läßt.

Um Mitte März kann das Kleine schon da sein. Und der März steht vor der Tür. Die Sonne bohrt Pockennarben tief in den Schnee, und wenn mittags die Eiszapfen tropfen, klingt es wie Frühlingsmusik.

Eines Tages kommt die Frau des Witkuhn. Mühselig schleppt sie sich ins Haus. Die Erdme ist noch ein Wiesel dagegen.

„Nachbarin,“ sagt sie. „Ich weiß, deine Stunde wird bald kommen. Ich hab’ eine Bitte an dich.“

„Was für eine Bitte?“ fragt die Erdme.

„Sieh mich an,“ sagt sie darauf. „So quiem’ ich nun schon an die zehn Jahr. Und die Wirtschaft kann nicht gedeihen. Hätte der liebe Gott ein Einsehen, so würd’ er mich zu sich nehmen, damit der Witkuhn sich nach etwas Besserem umsehen kann. Aber so werd’ ich ihm zur Last liegen, wer weiß wie lange.“

Sie weint, und die Erdme sagt zu ihr, was man so sagen kann.

„Darum sollst du mir das Versprechen geben,“ fährt sie fort, „daß du es bei der Hebamme nicht bewenden läßt, sondern dir auch den Doktor bestellst aus Heydekrug oder aus Ruß.“

„Um Gotteswillen!“ schreit die Erdme ganz erschrocken. „Das kostet zehn Mark!“