In all den Sorgen muß also wohl oder übel der Moorvogt heran, der ja am besten Bescheid weiß.
Sie tun also so, als hätten sie kein schlechtes Gewissen, stecken für alle Fälle die schuldig gebliebene Pacht in die Tasche und gehen zu ihm.
Er sieht sie lange und nachdenklich an, schlägt dann ein großes Buch auf — das Buch gewiß, in dem all ihre Sünden stehen — und sieht sie darauf wieder an.
Erdme gibt dem Jons einen heimlichen Stoß, und er denkt: „In Gottes Namen.“ Damit zieht er die Pachtschuld aus der Tasche und legt sie auf den Tisch. „Schad’ um das schöne Geld,“ denkt die Erdme. Aber wenn man so angesehen wird, was kann man da machen?
„Es war Zeit,“ sagt der Moorvogt — weiter nichts — und schreibt ein Zeichen in das Buch.
Der Jons ist ganz geschwollen von dem plötzlichen Bewußtsein seiner Rechtlichkeit und sagt mit Würde: „Die Pacht fürs zweite Jahr wird auch bald da sein.“
„Das wär’ nun nicht nötig gewesen,“ denkt die Erdme, aber weil es doch mal heraus ist, will sie sich auch nicht lumpen lassen und setzt hinzu: „Es fällt uns ja schwer, aber unsere Verpflichtungen erfüllen wir pünktlich.“
Der Moorvogt kneift die Lippen ein, als will er ein Prusten verstecken, und der Erdme wird sehr verdrießlich zumut. Man weiß mit dem Manne nie, wie man dran ist.
Er breitet eine große Plankarte aus und fragt dann: „Wieviel Kartoffelland nehmt ihr dieses Jahr in Arbeit?“
„Wenn’s Glück gut ist,“ sagt die Erdme, „wird die Hälfte von dem Gepachteten fertig.“