„Nun, ich hab’ doch nicht geschrieen,“ sagt sie und lächelt ihn immerzu auffordernd an.
„Aber — abgewiesen hast du mich, und seitdem ist es schlimmer als je!“
Soll sie nun sagen: „Heute würd’ ich dich nicht abweisen?“ Das kann sie nicht. Das bringt keine Frau über die Lippen. Bloß seinen Arm streichelt sie und sagt: „Armer Nachbar.“
Sie denkt, er wird sie nun umfassen, aber was tut er? Er zittert und rückt von ihr weg und stöhnt: „Laß man, mir hilft keiner mehr.“
„Gott wird helfen!“ sagt sie, wie man sagt: „Guten Tag“ und „Guten Weg“.
„Auch Gott hilft mir nicht,“ schluchzt er und ringt die Hände. „Ich hab’ zu ihm gebetet bei Tag und bei Nacht, er soll die große Zuneigung von mir nehmen, aber geholfen hat er mir nicht.“
„Ich werd’ für dich beten,“ sagt sie. Sündigen möcht’ sie viel lieber, aber man muß doch so tun.
Er in seiner Not greift den Gedanken auf wie der Hungernde den Knochen, den man zum Fenster hinauswirft.
„Ja, bet für mich, bet für mich, oder wenn du mir eine große Gnade antun willst, dann laß uns zusammen beten. Vielleicht daß Gott mich dann hört.“
Und richtig! Sie holt ihr Gesangbuch hervor und das von Jons, und jeder schlägt auf, und sie beten und beten.