Manchmal fragt sie die Nachbarn, aber die scheinen ungern davon zu sprechen, und darum unterläßt sie es. — — —
Jetzt im vierten Jahre zeigt es sich, daß man stark genug ist, noch weitere Sprünge zu machen. Die Wiese liefert Heu genug, um eine zweite Kuh zu ernähren, und deshalb muß ein Stall gebaut werden. Der Abschlag am Giebelende reicht schon für die eine nicht aus, besonders wenn die Mastferkel an den Pfosten herumwühlen, so daß an manchem Morgen das ganze Dach der Kuh auf dem Rücken liegt.
Gespart ist ja, aber ob man ausreichen wird, ist zu bezweifeln. Und da zu gleicher Zeit wegen der Pachtung eines zweiten Hektars mit dem Moorvogt gesprochen werden muß, könnte man vielleicht aus dem Raiffeisenverein ein Darlehen von ihm erlangen.
Eines Sonntagnachmittags zu Anfang April stellen sie die Lampe hoch, verstecken die Streichhölzer, schließen die Kinder ein, und dann gehen sie zum Moorvogt.
Er hört ihnen schweigend zu und schlägt darauf sein großes Buch auf. Ach, dieses fürchterliche Buch! Je länger er darin liest, desto zittriger werden der Erdme die Beine, denn die Ulele hat ja einmal gesagt — — man wagt gar nicht auszudenken, was die Ulele gesagt hat.
Dann sieht er sie eine Weile an, gerade wie damals, und endlich macht er den Mund auf.
„Also alles in allem geht es euch gut?“ fragt er.
Nun möchte ich den Landmann sehen — ob litauisch oder deutsch, ob Bauer oder Graf —, der auf eine solche Frage mit einem schlichten Ja geantwortet hätte.
Sie fangen also alle beide fürchterlich zu klagen an. Die Nachtfröste im vorigen Herbst — und die verschorften Kartoffeln — und die wartungsbedürftigen Kinder — und die Überschwemmung noch jüngst!
„Was wißt ihr von Überschwemmung!“ sagt er, und ein bitteres, ein fast verzagtes Lächeln fliegt über sein starkes Gesicht.