„Warum?“ fragt die Erdme. „Wir sind ja fromm genug.“
„Wenn man unter die Gebetsleute geht,“ sagt der Jons, „kann man seine Sünden bekennen und alles gutmachen, ohne daß einem daraus ein Schade erwächst.“
„Gutmachen kann man auch so,“ sagt die Erdme. „Wozu noch erst viel bekennen?“
„Das ist nicht das Richtige,“ sagt der Jons.
Sie beschließen also, den frommen Taruttis zu besuchen und zu sehen, ob es lohnt, sich in die Gemeinde der Erleuchteten aufnehmen zu lassen.
Der fromme Taruttis empfängt sie mit Freuden.
„Ich habe schon oft gebetet,“ sagt er, „daß ihr den Weg zum Heile finden möget, und nun ist mein Gebet erhört.“
So mager und so sanft sieht er aus wie ein Sendbote des Herrn. Und seine Augen leuchten wie zwei weinende Sonnen. Er ruft auch die Taruttene, die ihnen Schmand mit Glumse vorsetzt. Sie ist nun ganz hutzlig geworden und will gleich zu singen anfangen. Sie hält es schon gar nicht mehr aus. Aber er beruhigt sie. Damit habe es bis zur nächsten Versammlung Zeit. Erst müsse ein Sündenverzeichnis hergestellt werden. Und bei dem öffentlichen Bekenntnis werde die ganze Gemeinde Gott auf den Knieen um Vergebung anflehen. Das habe noch immer geholfen.
Jons und Erdme sehen sich an. Sie haben es zwar oft schon mitgemacht, aber nun sie selbst daran glauben müssen, wird es ihnen doch fürchterlich sauer.
Der Taruttis legt auch gleich ein Blatt Papier auf den Tisch, macht eine römische Eins und sieht sie erwartungsvoll an. Da nimmt die Erdme das Wort und sagt: „Damit das Bekenntnis ganz vollständig wird, wollen wir uns vorerst im einsamen Kämmerlein gehörig kräftigen. Sonst könnte es geschehen, daß etwas fehlt, und das würden wir uns niemals verzeihen.“