So einfältigen Glaubens der fromme Taruttis auch sein mag, — daß diese freche Person sich lustig macht, das sieht er doch ein.
„Warum seid ihr denn zu mir gekommen?“ fragt er sie ganz verdutzt.
„Ihr seid ja auch zu uns gekommen,“ gibt sie zur Antwort.
Darauf wissen die frommen Männer nichts zu erwidern und heben sich wieder von hinnen. Und Jons geleitet sie bis an den Grenzgraben, dorthin, wo das Brett ’rüberführt.
Wie er zurückkommt, sieht er, daß Erdme die beiden Kleinen im Arm hat und liebkost.
Dann läßt sie sie fallen, hebt beide Fäuste hinter den Weggehenden her und ruft ganz laut:
„Meinen Töchtern die Heirat verderben, das wär’ euer ganzer Segen, ihr Schufte!“
Der Jons ist beinahe erschrocken. Nie hätte er gedacht, daß sein Weib so böse sein kann.
11
Über den Nachbar Witkuhn scheint etwas wie Frieden gekommen. Er weicht der Erdme nicht mehr aus, bleibt ruhig zu Hause, wenn sie der kranken Frau beispringt, und kommt herüber, so oft es nottut. Ohne ihn wäre der Stall gar nicht zustande gekommen. Der ist nun viel prächtiger als das Wohnhaus und bietet Platz für zwei Kühe und zwei Schweine und sogar — der Himmel bewahr’ uns vor Hochmut! — sogar für ein künftiges Pferd.