Aber wie die Katrike bittet und weint, da fühlt sie ein menschliches Rühren, holt aus dem Schranke ein schwarzwollenes Tuch und wirft es ihr um die Schultern.
Und so kann sie denn eingesegnet werden.
Gleich auf einer der vordersten Bänke sitzen die Baltruschats, von neidischem Staunen umgeben. Nur des Jons muß man sich etwas schämen, weil er nicht fein genug ist.
Die Erdme fühlt sich wohl bitter enttäuscht, wie sie den Stolz der Familie zu schwarzer Unscheinbarkeit verdammt hinter dem Pfarrer herkommen sieht, aber sie tröstet sich bald.
Steckt auch der Glanz noch in schlichtem Futteral, er ist doch schon da. Und das ganze kommende Leben soll nur dazu dienen, ihn zu entfalten.
Sie umfaßt die Urte, deren Augen noch blauer sind als der Samt, den sie anhat, und denkt beim Singen und Beten an die künftigen Bräutigams.
Und der Jons denkt beim Singen und Beten an das wachsende Haus, dessen glatt behobelte Wände schon über das Moor hinleuchten.
Wer hätte vor jenen Jahren an so viel Pracht zu denken gewagt?
Und alles durch fleißiger Hände Arbeit aus dem Moorschlamm herausgeholt, der zäh und unfruchtbar über dem schwarzen Grundwasser lagert, bereit zu verschlingen, was sich ihm anvertraut.
Die Erdme faßt unter dem Tisch dem Jons seine zerarbeitete Hand und denkt: Hat es zwischen uns keinen Hader gegeben, als wir es schwer hatten, haben wir selbst die große Not einträchtiglich überstanden, — wo sollte er herkommen, nun es leichter und leichter wird?