Aber auch die Urte sieht ein, daß es nicht länger so mit ihr geht.

„Wenn du die Ulele wärst,“ sagt die Mutter, „dann würdest du jetzt einen Mann für sie suchen.“

„Ich kann ebensoviel wie die Ulele,“ sagt die Urte.

Und da sie’s verlangt, wird eines Tages, als der Jons in die Wiesen gefahren ist, der kleine Tuleweit bestellt, der schon für hundert Vermittlungen seine Prozente gekriegt hat.

Der in seinem langen Pfarrersrock und den knallengen Hosen kommt forsch herein und denkt, er wird hier wieder einmal den spaßigen Onkel spielen; wie er aber die Urte zu sehen kriegt, die ihn in ihrer rosenfarbenen Fleischlichkeit ankuckt, da wird ihm schon ganz anders.

„Aus was für ’nem Himmel ist denn das hierher geflogen?“ fragt er.

Und die Urte sagt: „Nehmen Sie Platz, Herr Tuleweit.“ Und sie, die Erdme, bringt von dem fremden, süßen Wein, von dem noch immer was da ist.

Und die Urte sagt weiter: „Sie sehen es mir vielleicht nicht an, Herr Tuleweit, daß ich aus diesen kleinen Verhältnissen stamme, aber das macht nichts.“ Und dann lobt sie ihn, weil ihr bekannt ist, daß er bei seinen Vorschlägen immer das Richtige trifft.

Er bedankt sich und dienert.

„Nun bin ich aber drauf und dran,“ sagt sie weiter, „eine große Partie zu machen. Eine wirklich große Partie. Und da wär’ es mir natürlich angenehm, wenn ich durch meine Schwester nicht in Verlegenheit käme. Ein Deutscher müßte es sein, und sein Eigenes müßte er haben, so daß man sagen könnte: ‚Meine Schwester ist an einen Gutsbesitzer verheiratet.‘ Das würde dann schon den richtigen Eindruck machen.“