Die Erdme denkt: „Sie ist noch klüger als die Ulele.“ Und der ganze Herr Tuleweit schwimmt wie Öl auf Zuckerwasser.
Was an seinen bescheidenen Kräften liege, das werde sicher geschehen, aber letzten Endes sei es ja leider Sache der Mitgift.
„Natürlich, natürlich,“ sagt die Urte. Und wäre sie schon verheiratet, so würde es ihr auch nicht darauf ankommen, die Schwester reichlich auszustatten. Aber für jetzt müßte man schon mit etwas Bescheidenem vorlieb nehmen.
„Was heißt bei Ihnen ‚bescheiden‘?“ fragt der kleine Herr Tuleweit und dienert nicht mehr.
Der Erdme schlägt das Herz hoch. Was wird sie sagen?
Und sie sagt: „Nun, etwa fünftausend Mark.“
Fünftausend Mark hat der Jons auf der Sparbank. Die hat er mit ihr in zwanzig Jahren zusammengekratzt. Aber die kann die Urte nicht meinen. Die sollen ihnen ja Stütze und Zuflucht sein für das kommende Alter. Gewiß will sie aus eigener Tasche geben, was fehlt. Und es fehlt womöglich noch mehr, denn der Herr Tuleweit macht eine hängende Nase und sagt, bei einem so kleinen Anerbieten werde man leicht behandelt wie ein nichtsnutziger Schwätzer, aber er wolle schon sehen, er wolle schon Rat schaffen und hoffe auf spätere reiche Belohnung.
Damit trinkt er sein Weinglas leer und verspricht, in acht Tagen wiederzukommen.
„Willst du die Fünftausend wirklich aus Eigenem geben?“ fragt die Erdme voll Dankbarkeit.
„Sehr gern wollt’ ich sie geben,“ sagt die Urte und lächelt; „nur, wenn ich sie hätte, dann braucht’ ich sie selber.“