„Worüber klagst du eigentlich?“ hört sie ihn sagen.
Sie hebt die Augen zu ihm auf und sagt: „Ach Ansas, Ansas, weißt du nicht besser als ich, warum ich klage?“
Da dreht er sich auf seinen Hacken um und geht stumm zum Hinterende zurück.
Auf einer der entgegenfahrenden Triften spielt ein Dzimke die Harmonika.
Sie denkt: „Nun wird die Elske wohl nie mehr Klavier spielen lernen ... und der Willus wird auch niemals ein Pfarrer werden.“ Denn das hat sie sich in ihrem Sinne vorgenommen, weil es ein gottgefälliges Werk ist.
Sie denkt weiter: „Ich werde es mir noch vorher von ihm versprechen lassen.“ Aber wie kann sie wissen, wann das Schreckliche kommen wird, so daß sie noch Zeit behält zum Bitten? Jeden Augenblick kann es kommen, denn oft ist alles menschenleer — auch an den Ufern weit und breit.
„Was mag er nur in der Sackleinwand haben?“ denkt sie weiter. „Da drin muß es sein, womit er das Schreckliche ausüben will. Aber was kann es sein?“ Das Paket ist rund und halbmannslang und etwa wie ein Milcheimer so stark. Als er es vor der Abfahrt auf den Boden warf, ist kein Schall zu hören gewesen. Es muß also leicht sein von Gewicht.
„Das Beste ist,“ denkt sie, „ich lasse es kommen, wie es kommt, und nutze die Zeit, um Frieden zu machen mit dem Herrn.“
Aber der Herr hat ihr den Frieden längst gesandt. Sie weiß kaum einmal, um was sie beten soll. Denn um die Rettung zu beten, ziemt ihr nicht. Da braucht sie ja nur zu schreien, wenn irgendein Floß kommt. Und so betet sie für die Kinder. Immer der Reihe nach und dann wieder von vorne.
Wie lange Zeit so verflossen ist, kann sie nicht sagen. Aber die Sonne steht schon ganz hoch, da hört sie von drüben seine Stimme: „Bring mir zu essen, ich hab’ Hunger!“