Die Erdme denkt an das, was sie neulich heruntergeschluckt hat. Eine so zornige Rede darf sie nicht ohne Antwort lassen.
„Schon einmal hast du mit mir Hader gesucht,“ sagt sie, „aber da kommst du gerad’ an die Rechte.“ Und dann wirft sie ihm vor, daß sie es war, die den ganzen Wohlstand geschaffen hat, daß er nichts Anderes gewesen ist als ihr Knecht, der nach ihren Anordnungen gearbeitet hat fünfundzwanzig Jahre lang und den jeder andere Knecht ersetzen kann, wenn es ihr paßt, ihn zu mieten.
Die Augen schwellen ihm zu und glupen nach rechts und glupen nach links, als sucht er was und kann es nicht finden.
„Was du sagst, mag wohl so sein,“ sagt er, „nur in einem könnt’ er mich nicht ersetzen, nämlich dir jetzt eine gehörige Tracht Prügel zu geben.“
Und da er nichts Anderes sieht, reißt er den Pfahl aus der Erde, an dem die Petruschka angebunden ist, und schlägt damit die Erdme über den Rücken.
Sie schreit und fällt in die Knie und nimmt die flachen Hände als Stütze. Die Jette, die grienend zugehört hat, schreit auch und springt auf ihn zu, ihm den Arm hochzuhalten, denn der Pfahl ist zu dick, als daß menschliche Glieder unter ihm ganz bleiben könnten.
Darum wirft er ihn auch weg und holt aus dem Stalle die Peitsche. Die Petruschka läuft winselnd neben ihm her und leckt ihm bittend die Hände, aber er achtet ihrer nicht, schlingt die hanfene Schnur um den Stiel und läßt ihn im Bogen durch die Luft hinpfeifen.
So kommt er zurück; dorthin, wo die Erdme noch kniet.
Aber da steht mit einem Male der Nachbar Witkuhn vor ihm da — bleich und zusammengefallen wie immer — umpusten könnte man ihn —, aber in seiner rechten Hand hält er das Teschin, mit dem er sich sonst die Spatzen vom Kirschbaume schießt.
Ihm das Gewehr zu entreißen, wär’ leicht, aber was dann? Wie kann man sein Weib noch bestrafen, wenn zweie dazwischenstehen?